Ausgabe Mai 2002

Was tun im Nahen Osten?

Die Eskalation des palästinensisch-israelischen Konflikts in den ersten Monaten dieses Jahres hat zahlreiche Reaktionen und Initiativen hervorgerufen, die zu einer Entschärfung der Situation beitragen sollen. Im Februar 2002 stellte der saudi-arabische Kronprinz Abdullah seinen Friedensplan für den Nahen Osten vor, der am 28. März in erweiterter Form auf dem Gipfeltreffen der Liga der Arabischen Staaten in Beirut als "Die Arabische Friedensinitiative" angenommen wurde. Bereits am 12. März bekräftigte der UN-Sicherheitsrat in seiner Resolution 1397 die "Vision einer Region, in der zwei Staaten, Israel und Palästina, Seite an Seite" leben. Im Wesentlichen sieht die Resolution die Umsetzung der Empfehlungen des Mitchell-Berichts (vgl. Auszüge in "Blätter", 7/2001, S. 887-888) sowie die Einstellung aller Gewalthandlungen vor. Am 4. April reagierte schließlich US-Präsident George W. Bush. In seiner Rede im Weißen Haus forderte auch er die Einstellung der Gewalt im Nahen Osten auf beiden Seiten und wiederholte die UN-Forderung zweier friedlich nebeneinander existierender Staaten Israel und Palästina. Von den arabischen Staaten erwarte er eine aktive Rolle im "Kampf gegen den Terror" und eine konkrete Unterstützung Palästinas, um den Frieden im Nahen Osten dauerhaft zu sichern.

Sie haben etwa 17% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 83% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.