Ausgabe Dezember 2003

Dialog auf Serbo-Albanisch

War das Wiener "Schmäh" oder ernst gemeint? Gastgeber Wolfgang Schüssel, Österreichs Bundeskanzler, begrüßte am 14. Oktober in der Wiener Hofburg "Freunde aus Belgrad und Priština" zum ersten serbisch-kosovarischen Dialog. Freunde? Keine Begegnung, kein Gespräch, kein Händedruck, nicht einmal ein Blick wurden zwischen den Teilnehmern gewechselt. Zur Rechten und Linken des neuen UNMIK-Chefs Hari Holkeri saßen zwei Serben (Premier Zoran Živković und Kosovo-Beauftragter Nebojša Čović) und zwei Albaner (Präsident Ibrahim Rugova und Parlamentspräsident Nexhat Daçi). Und Dialog? Wenn man διάλογος im klassischen Wortsinn von "Gespräch" nimmt, dann traf es zu: Beide Seiten mühten sich, der zahlreich präsenten internationalen Gemeinschaft (Robertson, Solana, Patton u.a.) ihre unvereinbaren Standpunkte zu vermitteln: Priština will die Unabhängigkeit des Kosovo um jeden Preis – Belgrad will sie um keinen Preis.

Getreu der UN-Linie "Standards vor Status" sollte nur über "praktische Fragen" des Kosovo geredet werden, woran sich nur die Belgrader hielten.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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