Ausgabe März 2003

Bushs Konjunkturprogramm

Die konjunkturelle Situation in den USA ist, ebenso wie die gesamte weltwirtschaftliche Lage, von rezessiven Tendenzen geprägt. Das erste 2001 von US-Präsident George W. Bush durchgesetzte Steuersenkungspaket bewirkte zwar – zusammen mit einer expansiven Geldpolitik – eine leichte Konjunkturbelebung. Die Anschläge vom 11. September, spektakuläre Bilanzfälschungsskandale, der drohende Irakkrieg sowie die instabile Lage im Nahen Osten bremsten jedoch den leichten Aufschwung der US-Ökonomie Anfang 2002 deutlich. Die rezessiven Tendenzen traten auch in der statistisch bedingten Revision der Wachstumszahlen nach unten deutlich zu Tage.1

Unter dem Eindruck der anhaltenden Wachstumsschwäche präsentierte Präsident Bush Anfang 2003 ein zweites großes Konjunkturpaket, das vor allem aus weiteren Steuerentlastungen besteht. Proklamierte Ziele sind die Erhöhung des privaten Konsums und der Investitionen sowie die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Das Konjunkturpaket umfasst ein Volumen von 674 Mrd. US-Dollar und erstreckt sich über insgesamt zehn Jahre. 102 Mrd. US-Dollar veranschlagte Bush für das erste Jahr (2003) – weniger als 1% des für 2003 prognostizierten US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von elf Bio. Dollar. Im Jahresdurchschnitt des geplanten Zehnjahreszeitraums beläuft sich die steuerliche Entlastung auf 67 Mrd.

Sie haben etwa 12% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 88% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Dividenden statt Investitionen

von Aurora Li, Michael Peters, Uwe Zöllner

Ob bei der Wasserversorgung, in der Pflege oder im Gesundheitssektor: Bereits seit einigen Jahrzehnten kommt es selbst in systemrelevanten Bereichen immer wieder zu Privatisierungen – bei denen die kurzfristige Gewinnmaximierung zugunsten der Investoren oftmals das Geschäft bestimmt.

Von der Silicon Valley Bank zur Credit Suisse: Finanzmarktkrise 2.0?

von Rudolf Hickel

Fünfzehn Jahre nach der Finanzmarktkrise, die im September 2008 durch die Lehman-Pleite ausgelöst wurde und die Weltwirtschaft beinahe zum Absturz brachte, drohen erneut massive Turbulenzen im Kasinokapitalismus. In den USA erschütterte der Crash eines zuvor ziemlich unbekannten regionalen Spezialinstituts, der Silicon Valley Bank (SVB), die Finanzmärkte.