Ausgabe Februar 2004

Strom aus Wasser, Holz und Wind

Ansätze alternativer Energiepolitik in den EU-Beitrittsländern

Die Berichterstattung über die energiepolitische Situation in den EU-Beitrittsstaaten und Kandidatenländern dominieren Hiobsbotschaften über riskante Atomanlagen und dreckige Kohlekraftwerke. Es stellt sich jedoch die Frage: Stimmt das medial gezeichnete Bild mit dem realen Zustand überein? Oder liegen bereits Ansätze einer alternativen Energieversorgung vor, und welche Möglichkeiten bestehen darüber hinaus in diesem Bereich? Worum es also in einem ersten Schritt gehen muss, ist die Bestandsaufnahme1 der gegenwärtigen Situation der baldigen Neu-Europäer: In welchem Umfang und mittels welcher politischen Maßnahmen werden regenerative Energien in den zehn Beitrittsstaaten sowie in den Kandidatenländern Rumänien, Bulgarien und Türkei gefördert? Anschließend sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Energiepolitik in den alten und in den zukünftigen EU-Staaten identifiziert werden, um schließlich die politischen Zukunftsaussichten ins Visier zu nehmen.

Die meisten Beitritts- und Kandidatenländer blicken auf eine Jahrhunderte lange Tradition bei der Nutzung erneuerbarer Energien zurück, besonders in den Bereichen Biomasse und Wasserkraft. Davon auszunehmen ist allerdings die kommunistische Periode.2 Der Kommunismus war von der Überlegenheit großer Einheiten überzeugt und wandelte auch die Energiesektoren in zentralisierte Systeme um. Da es sich bei regenerativen Technologien typischerweise um dezentrale Anwendungen handelt, wurden diese aufgegeben.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Kunst der Bricolage

von Frank Adloff

Der Ausweg aus der dramatischen Doppelkrise aus fortschreitender Klimaerwärmung und schwindender Biodiversität muss ein schrittweises Handeln sein, das ökologische Modernisierung und radikalen Systemwandel gleichzeitig verfolgt.