Ausgabe Januar 2004

Ressourcenkonflikt im Kaukasus

Europa und das kaspische Öl

Seit Anfang der 90er Jahre gerät der zentralasiatische Raum immer stärker in den Fokus der großen Mächte. Der Grund hierfür liegt in den Energiereserven in und um das Kaspische Meer. Die genaue Größenordnung der Öl- und Gas-Vorkommen ist bisher zwar noch unbekannt. Schätzungen sorgen jedoch bereits heute bei potentiellen Abnehmern für leuchtende Augen. Schon wird die Region zusammen mit dem Persischen Golf als neue "Strategische Energieellipse" bezeichnet.1 In Europa ist von dieser Aufbruchsstimmung noch wenig zu spüren. Während Russland, die Vereinigten Staaten, China sowie die regionalen Anrainerstaaten bereits strategische Rivalitäten um Energieressourcen und Pipelinetrassen austragen, steht die EU bei diesem "New Great Game" im energiepolitischen Abseits.2 Es stellt sich also die Frage, ob der Region bei der europäischen Energieversorgung nicht größeres Gewicht beigemessen werden muss. Dies hängt maßgeblich davon ab, wie die Versorgungssicherheit Europas in Zukunft geleistet werden kann.

Bereits seit Mitte der 90er Jahre nahm die Europäische Kommission mehrere Anläufe, um in den Mitgliedstaaten eine verstärkte Diskussion über die Energiesicherheit der Gemeinschaft in Gang zu setzen – ohne nennenswerten Erfolg.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema