Ausgabe März 2004

Ein Jahr Irakkrieg

Bilanz des Scheiterns

Vor einem Jahr begann der Irakkrieg. Obgleich zuvor kläglich mit dem Versuch gescheitert, für den Krieg die Legitimation des UN-Sicherheitsrates einzuholen, leiteten die USA und Großbritannien am Morgen des 20. März 2003 mit Bombardements die Invasion des Irak ein. Zwölf Monate nach Beginn des völkerrechtswidrigen Krieges, geführt trotz weltweiter Warnungen und Proteste im Vorfeld, ist die Bilanz in vielfacher Hinsicht katastrophal. Der Präventivkrieg im Irak könnte zu einem akzeptierten Präzedenzfall werden – und bedroht so das Völkerrecht und die UNO. Für die irakische Bevölkerung fällt die Bilanz ohnehin katastrophal aus. Die langfristigen Folgen des Krieges sind schlimmer, als selbst von Kritikern zuvor befürchtet. Statt die Versorgung der IrakerInnen verlässlich zu organisieren, konzentrieren sich die US-Besatzer darauf, den Ausverkauf des Landes an ausländische Unternehmen und die langfristige Präsenz der eigenen Streitkräfte zu sichern.

Zu einem politischen Desaster könnte der Krieg jedoch auch noch für die vermeintlichen Sieger George W. Bush und Tony Blair werden. Beim Ersinnen der Propagandalügen zur Rechtfertigung des Irakkrieges gingen sie offenbar noch dreister vor, als von ihren Kritikern angenommen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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