Ausgabe April 2005

Blair paradox

Großbritannien befindet sich im Wahlkampf. Wenn es keine Überraschungen mehr gibt, wählen die Briten am 5. Mai eine neue Regierung. Ob diese jedoch auch die alte sein wird, darüber macht man sich – trotz nach wie vor guter Siegchancen – bei New Labour zunehmend Sorgen. Die Torys sind in den Umfragen bis auf wenige Prozentpunkte herangekommen. Das jedoch hat wenig mit den Torys und ihrem blassen Spitzenkandidaten Michael Howard zu tun – aber viel mit Tony Blair. Der von ihm mitbetriebene Irakkrieg hat seine Popularität erheblich schrumpfen lassen, und sein zu autoritären Lösungen neigender Politikstil, der das Streben nach der guten Gesellschaft auf technische Maßgaben reduziert, hat ihn selbst den Anhängern seiner eigenen Partei tief und nachhaltig entfremdet.

Dabei könnten die Ausgangsbedingungen für New Labour eigentlich kaum besser sein. Die Regierung hat nicht nur in den vergangenen Jahren fast unbemerkt Umverteilung betrieben, sondern will Ausmaß und Ausgaben der Sozialleistungen bei einem Wahlsieg sogar weiter ausbauen.

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Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

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