Ausgabe Januar 2005

Die Weltwirtschaft und ihre Zugpferde

Das Jahr 2004 war wirtschaftlich gesehen ein Jahr der Superlative - auch wenn man davon in Deutschland nicht viel gemerkt hat. Doch die meisten Regionen der Welt konnten ein außerordentlich hohes Wirtschaftswachstum verzeichnen. Die Weltbank registriert in ihrem jährlichen Ausblick "Global Economic Prospects" teilweise die höchsten Wachstumsraten seit 30 Jahren. Doch scheint der Höhepunkt des 2000/2001 begonnen Konjunkturzyklus’ erreicht zu sein; die kommenden Jahre werden den Prognosen zufolge durch stärkere strukturelle Verwerfungen gekennzeichnet sein, die zu einer abflachenden Expansion führen werden.

[Tabelle: Wachstum der Weltwirtschaft (Veränderung in Prozent gegenüber dem Vorjahr, feste Preise)]

Die - gemessen an den Wachstumsraten - ungünstige Entwicklung in Europa sticht ins Auge: Die Schlusslichtposition Europas wird in Deutschland bekanntermaßen vorgeblichen Verkrustungen der Arbeitsmärkte, dem Ladenschlussgesetz, hohen Sozialausgaben, Missachtung der Verschuldungskriterien von Maastricht, fehlendem Reformwillen im "alten Europa" usw. zugeschrieben werden. Unsere ideologisierte Reformdebatte hat sich inzwischen ihre eigene Realität geschaffen und nimmt Tatsachen nicht mehr zur Kenntnis.

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