Ausgabe Februar 2007

Das Reformkarussell

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,2 Billionen Euro ist die Bundesrepublik die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Das hohe Wirtschaftswachstum hält, wie die jüngsten Prognosen bestätigen, im Jahr 2007 weiterhin an. Auch mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit ist Deutschland Weltspitze: Unlängst hat das World Economic Forum die Bundesrepublik auf Platz 2 seines Business Competitiveness Index gesetzt – unmittelbar hinter die Vereinigten Staaten.1 Die führende Position wird dadurch unterstrichen, dass Deutschland seit Jahren Exportweltmeister ist. Von den 25 größten börsennotierten Unternehmen Europas haben immerhin neun ihren Sitz in Deutschland. Kein Wunder, dass die Bundesrepublik für Unternehmer und Anleger, die auf der Suche nach Profit sind, ein attraktiver Geschäftsort ist und bleibt – nicht zufällig haben sich die ausländischen Direktionvestitionen seit den 90er Jahren vervierfacht.2

Dessen ungeachtet hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im Sommer letzten Jahres die Bundesrepublik als „Sanierungsfall“ bezeichnet und für 2007 eine Forcierung der Reformtätigkeit angekündigt. Überhaupt scheint die bundes-deutsche Gesellschaft geradezu besessen von der Idee, im internationalen Vergleich zu kurz zu kommen und abgehängt zu werden.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema