Ausgabe Februar 2007

Sigmar Gabriels New Deal

Immer stärker scheinen die umweltpolitischen Grundlagentexte aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) derzeit einer neuen „Corporate Identity“ zu folgen. Den Bürgerinnen und Bürgern wird die Botschaft verkündet, Umweltschutz brauche Innovation, um weiter voranzukommen, und das Zentrum der neuen Umwelt- sei die Innovationspolitik. Eine solche Umweltpolitik sei nur zusammen mit der Wirtschaft, vor allem mit der Industrie möglich – somit erscheint eine ökologische Industrie als Kern der Innovationspolitik.1

In diesem Sinne wird offensiv ein Prozess des Umdenkens verlangt. Dabei gilt Umweltschutz indessen als Motor für Innovation und Wachstum und nicht (mehr) als Faktor, der Wachstumsprozesse behindern oder verlangsamen könnte – so etwa auf der gemeinsamen Pressekonferenz von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und dem Präsidenten des Umweltbundesamtes (UBA), Andreas Troge, zur Vorstellung des UBA-Jahresberichts im September vergangenen Jahres.2

Leitbegriffe dieser Art finden sich auch in den Empfehlungen des BMU zu den Schwerpunkten der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 wieder.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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