Ausgabe Februar 2007

Sigmar Gabriels New Deal

Immer stärker scheinen die umweltpolitischen Grundlagentexte aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) derzeit einer neuen „Corporate Identity“ zu folgen. Den Bürgerinnen und Bürgern wird die Botschaft verkündet, Umweltschutz brauche Innovation, um weiter voranzukommen, und das Zentrum der neuen Umwelt- sei die Innovationspolitik. Eine solche Umweltpolitik sei nur zusammen mit der Wirtschaft, vor allem mit der Industrie möglich – somit erscheint eine ökologische Industrie als Kern der Innovationspolitik.1

In diesem Sinne wird offensiv ein Prozess des Umdenkens verlangt. Dabei gilt Umweltschutz indessen als Motor für Innovation und Wachstum und nicht (mehr) als Faktor, der Wachstumsprozesse behindern oder verlangsamen könnte – so etwa auf der gemeinsamen Pressekonferenz von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und dem Präsidenten des Umweltbundesamtes (UBA), Andreas Troge, zur Vorstellung des UBA-Jahresberichts im September vergangenen Jahres.2

Leitbegriffe dieser Art finden sich auch in den Empfehlungen des BMU zu den Schwerpunkten der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 wieder.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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