Ausgabe April 2008

Kuba nach Fidel

Es scheint das Ende einer Ära: Als Raúl Castro am 24. Februar 2008 die Nachfolge seines Bruders Fidel als Vorsitzender des Staatsrates antrat, besiegelte dies die fast 50 Jahre währende Herrschaft des heute schwerkranken „Máximo Líder“, Fidel Castro.

Ob Raúl Castro der politische Erbe Fidel Castros sein wird oder doch eher – wie von ihm immer wieder hervorgehoben – die Kommunistische Partei, ist eine offene Frage. Denn derzeit ist noch unklar, welche politischen Veränderungen im Einzelnen von der Amtsübertragung zu erwarten sind. So sind die Gewichte der verschiedenen einflussreichen Gruppen bei der Besetzung des Staatsrats offenbar nicht neu verteilt worden, und auch die Machtausübung der herrschenden Führungsclique bleibt weiterhin schwer durchschaubar. Bislang hat sich die alte Garde der Revolutionäre – im Anschluss an die jüngsten Staatsratswahlen – zu den „wahren Reformern“ erklärt: Unter ihrer Ägide sollen eine Reform der Wirtschaft und eine vorsichtige Öffnung der Gesellschaft vollzogen werden.

Unmittelbar nach den Parlamentswahlen vom 20. Januar 2008 wurde in Kuba noch erwartet, dass es nach der Verjüngung der Abgeordneten möglicherweise auch zu einem Generationenwechsel im Staatsrat kommen könnte.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema Lateinamerika

Kuba am Abgrund: Wo bleibt die EU?

von Sandra Weiss

Als 1989 die Berliner Mauer fiel, sich kurz danach die Sowjetunion auflöste und langjährige kommunistische Verbündete wie Vietnam und China einen wirtschaftlichen Reformprozess starteten, schien auch auf Kuba der Moment des Umbruchs gekommen.

Brasilien: Der Kandidat und die Kartelle

von Ralf Willinger

Ende Oktober vergangenen Jahres starben bei einer Polizeioperation in zwei Armenvierteln der Sechs-Millionen-Metropole Rio de Janeiro über 120 Menschen, darunter vier Polizisten – es war der bis dato tödlichste Polizeieinsatz in der Geschichte Brasiliens.

Venezuela: Kolonialismus des 21. Jahrhunderts?

von Ferdinand Muggenthaler

Anfang April veröffentlichte die »New York Times« eine Recherche über den Entscheidungsprozess, der zum US-Angriff auf Iran führte. Der Bericht bestätigt, was Donald Trump auch öffentlich immer wieder anklingen lässt: Die Militäraktion gegen Venezuela hat ihn motiviert.