Ausgabe April 2008

Kuba nach Fidel

Es scheint das Ende einer Ära: Als Raúl Castro am 24. Februar 2008 die Nachfolge seines Bruders Fidel als Vorsitzender des Staatsrates antrat, besiegelte dies die fast 50 Jahre währende Herrschaft des heute schwerkranken „Máximo Líder“, Fidel Castro.

Ob Raúl Castro der politische Erbe Fidel Castros sein wird oder doch eher – wie von ihm immer wieder hervorgehoben – die Kommunistische Partei, ist eine offene Frage. Denn derzeit ist noch unklar, welche politischen Veränderungen im Einzelnen von der Amtsübertragung zu erwarten sind. So sind die Gewichte der verschiedenen einflussreichen Gruppen bei der Besetzung des Staatsrats offenbar nicht neu verteilt worden, und auch die Machtausübung der herrschenden Führungsclique bleibt weiterhin schwer durchschaubar. Bislang hat sich die alte Garde der Revolutionäre – im Anschluss an die jüngsten Staatsratswahlen – zu den „wahren Reformern“ erklärt: Unter ihrer Ägide sollen eine Reform der Wirtschaft und eine vorsichtige Öffnung der Gesellschaft vollzogen werden.

Unmittelbar nach den Parlamentswahlen vom 20. Januar 2008 wurde in Kuba noch erwartet, dass es nach der Verjüngung der Abgeordneten möglicherweise auch zu einem Generationenwechsel im Staatsrat kommen könnte.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Lateinamerika

Bolivien: Morales als Märtyrer?

von Thomas Guthmann

Vor 14 Jahren trat in Bolivien Evo Morales als erster indigener Präsident Lateinamerikas sein Amt an. Heute, gut zwei Monate nach seinem erzwungenen Rücktritt, ist das Land gespaltener denn je. Während die Interimsregierung das Militär auf die Straßen schickt, kämpft die indigene Bevölkerung um den Erhalt ihrer Rechte.