Ausgabe Juli 2008

68 - Moral und Engagement

In der heutigen öffentlichen Wahrnehmung dominieren Krawalle, Straßenschlachten und Demonstrationen das Bild von „68“. Typisch dafür ist die von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgerichtete Ausstellung im Berliner Amerika-Haus in der Hardenbergstraße – mit einem Wasserwerfer als monströser Ikone staatlicher Ordnungsmacht.
Natürlich hat es seinerzeit massive Proteste gegeben – aber als Ausnahmeerscheinungen und ohnmächtige Reaktionen auf polizeiliche Provokationen wie am 2. Juni 1967 oder auf das Attentat auf Rudi Dutschke wie die „Osterunruhen“ 1968. Der politische Alltag sah ganz anders aus: Da wurden studentische Versammlungen auf allen Ebenen und in allen Instituten und Fakultäten organisiert. Auf diesen wurden Forderungen erhoben nach Universitätsreformen, mehr Mitsprache für Studierende, nach eigenverantworteten, „selbstbestimmten“ Seminaren und der Gründung einer „Kritischen Universität“ innerhalb der FU mit selbst gewählten Dozenten und Professoren.
Daran mitzuarbeiten, mitzudiskutieren war nicht nur für mich, sondern für viele der damaligen politisch Engagierten ebenso selbstverständlich wie spannend.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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