Ausgabe Oktober 2008

Die neue Abgeltungssteuer

Die Besteuerung von Kapitaleinkünften im Allgemeinen und von Zinseinkünften im Besonderen ist in den letzten Monaten wieder verstärkt in die Diskussion geraten – sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union.

Kern der Reform, die im kommenden Jahr in Kraft tritt, ist die Einführung einer sogenannten Abgeltungssteuer. Diese wird auf sämtliche Kapitalerträge erhoben werden, also sowohl auf laufende Erträge in Form von Zinsen und Dividenden als auch auf Veräußerungsgewinne, die beim Verkauf von Wertpapieren realisiert werden. Als Steuersatz sind einheitlich 25 Prozent vorgesehen, unabhängig von der Höhe der erzielten Kapitaleinkünfte. Somit werden Kapitaleinkünfte endgültig konsequent aus der progressiven Einkommensbesteuerung herausgenommen.

Für Zinseinkünfte und Veräußerungsgewinne bedeutet dies, dass ihre Maximalbelastung einschließlich Solidaritätszuschlag auf 26,375 Prozent limitiert wird – auch wenn der Steuerpflichtige sich aufgrund der Höhe seiner sonstigen Einkünfte im Spitzeneinkommensbereich befindet und dem fast doppelt so hohen Spitzensteuersatz von 47,48 Prozent (Einkommensteuer plus Solidaritätszuschlag) unterliegt. Bisher werden Zinseinkünfte an der Quelle mit der Zinsabschlagsteuer belegt, die einschließlich Solidaritätszuschlag 31,65 Prozent beträgt. Sie wird von den Finanzinstituten einbehalten und an den Fiskus abgeführt.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Kapitalismus