Ausgabe August 2009

Der BND und die Welt von morgen

In großen Umbruchphasen kann es leicht passieren, dass maßgebliche politische Entscheidungen von den Medien nicht als solche wahrgenommen werden. So geschehen am 16. Juni 2009: An diesem Tag fasste im russischen Jekaterinburg das Bündnis der BRIC-Staaten – Brasilien, Russland, Indien und China – den Beschluss, den Dollar mittelfristig als Weltwährung durch ein anderes internationales Zahlungssystem abzulösen. Damit wollen die Staaten dazu übergehen, untereinander in ihren eigenen Währungen zu handeln und diese nach und nach gegenseitig als Reservewährung zu akzeptieren.

Dieser Beschluss bedeutet einen großen historischen Einschnitt. Denn die BRIC-Staaten vereinigen 40 Prozent der Weltbevölkerung mit einem jährlichen Wirtschaftswachstum von 5 bis 10 Prozent und besitzen einen hohen Anteil an den weltweiten Rohstoffreserven. Ein ähnliches Gewicht besitzt sonst nur noch die etwas ältere Shanghai Cooperation Organisation (SCO), deren Leitstaaten auch Mitglieder der BRIC sind. Die Macht dieser beiden Staatenbünde hat in den vergangenen Jahren beständig zugenommen. Mittlerweile orientieren sich auch viele kleinere Staaten wie Malaysia, Venezuela, der Iran und Kasachstan an der BRIC oder der SCO.

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In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

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