Ausgabe August 2009

Der BND und die Welt von morgen

In großen Umbruchphasen kann es leicht passieren, dass maßgebliche politische Entscheidungen von den Medien nicht als solche wahrgenommen werden. So geschehen am 16. Juni 2009: An diesem Tag fasste im russischen Jekaterinburg das Bündnis der BRIC-Staaten – Brasilien, Russland, Indien und China – den Beschluss, den Dollar mittelfristig als Weltwährung durch ein anderes internationales Zahlungssystem abzulösen. Damit wollen die Staaten dazu übergehen, untereinander in ihren eigenen Währungen zu handeln und diese nach und nach gegenseitig als Reservewährung zu akzeptieren.

Dieser Beschluss bedeutet einen großen historischen Einschnitt. Denn die BRIC-Staaten vereinigen 40 Prozent der Weltbevölkerung mit einem jährlichen Wirtschaftswachstum von 5 bis 10 Prozent und besitzen einen hohen Anteil an den weltweiten Rohstoffreserven. Ein ähnliches Gewicht besitzt sonst nur noch die etwas ältere Shanghai Cooperation Organisation (SCO), deren Leitstaaten auch Mitglieder der BRIC sind. Die Macht dieser beiden Staatenbünde hat in den vergangenen Jahren beständig zugenommen. Mittlerweile orientieren sich auch viele kleinere Staaten wie Malaysia, Venezuela, der Iran und Kasachstan an der BRIC oder der SCO.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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Ich fühle mich sehr geehrt, die diesjährige „Arthur Miller Freedom to Write Lecture“ des PEN America halten zu dürfen. Hätten Arthur Miller und ich derselben Generation angehört und wäre ich US-Bürgerin gewesen, so wären wir uns wohl bei einer Vorladung vor das Komitee für unamerikanische Umtriebe in die Arme gelaufen.