Ausgabe August 2009

Zehn Jahre Putin: Pleiten, Pech und Pannen

Es gibt kaum ein Land in Europa, das stärker unter der Finanz- und Wirtschaftskrise leidet als Russland. Inzwischen wurde selbst der Betrieb von Kasinos untersagt, bis dato stets Ausdruck der florierenden russischen Wirtschaft und vermeintlich Inbegriff krisenfester Arbeitsplätze. Bereits seit dem „Hungerherbst“ 2007 publizieren russische Medien – die großenteils besser und differenzierter sind, als der Westen sie sich schlechtredet – laufend Mängelberichte zu Wirtschaft und Verteidigung, deren Inhalt man mit drei Wörtern resümieren könnte: Russland ist pleite.

Rund die Hälfte der russischen Ökonomie ist „Schattenwirtschaft“. In der Infrastruktur gab es seit über 30 Jahren keine größeren Investitionen, der industrielle Maschinenpark ist zu rund 70 Prozent veraltet. Die mit den Kolchosen weithin „entsorgte“ Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie können das Land nicht mehr ernähren. Der Nahrungsmittelimport hat sich in den letzten acht Jahren verdreifacht, die Nahrungsmittelpreise steigen seit 2007 um jährlich 40 Prozent. Viele Banken sind zahlungsunfähig, generell brachte die akute Finanzkrise russischen Banken größere Verluste als westlichen. Die Inflationsrate lag 2007 bei 11, 2008 bei über 12 Prozent – mit steigender Tendenz.

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