Ausgabe März 2009

Das Billionengrab

Von Steueroasen und Schattenbanken

Was die schlimmste Finanzkrise seit 1929 ausgelöst hat und was zur Vermeidung künftiger Krisen getan werden muss, darüber kursieren mittlerweile zahlreiche durchaus sinnvolle Vorschläge. Zu diesen zählen die bessere Regulierung der Ratingagenturen, ein Zulassungsverfahren für neue Finanzprodukte („Finanz-TÜV“) oder das Verbot von außerbilanziellen Zweckgesellschaften.

Zeitgleich, aber scheinbar völlig unabhängig davon, hat die Bundesregierung begonnen, nach Möglichkeiten zur besseren Bekämpfung der Steuerflucht in Steueroasen wie die Schweiz und Liechtenstein, aber auch Panama und Singapur zu suchen. Weitgehend unbeachtet bleibt dabei, dass mangelnde Regulierung von Finanzmarktakteuren und Steuerflucht zwei Seiten derselben Medaille sind: Denn beide setzen die Existenz von Steueroasen voraus, die neben niedrigen Steuern den weitgehenden und bewussten Verzicht auf Regulierung bieten. „Die Herausbildung der gegenwärtigen Kreditkrise im Finanzsektor wäre ohne Offshore-Zentren unmöglich gewesen“, heißt es in einer Stellungnahme der Nichtregierungsorganisation (NGO) Tax Justice Network für eine Anhörung des Finanzausschusses im britischen Unterhaus.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema