Ausgabe November 2009

Barack Obama und das Ende des Kalten Krieges

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die beiden mächtigsten Staaten der Welt von Verbündeten zu Konkurrenten. Ihre Auseinandersetzung sollte mit allen Mitteln außer denen eines heißen Krieges geführt werden; die atomaren Gefahren schreckten ab. Dieser Kampf wurde Kalter Krieg genannt. Es war die Konfrontation, wer der Stärkere wird.

Diese Phase dauerte jedoch nicht von 1949 bis 1989, wie die Orgie des Erinnerns an 40 Jahre Teilung suggeriert. Der Kalte Krieg ging von 1945 bis 2008 und schwächte beide Mächte – bis Präsident Obama begann, der Welt eine neue Richtung der Zusammenarbeit zu geben. Dieser Versuch dauert an. Der Friedensnobelpreis war Ausdruck der Hoffnung, dass er Erfolg haben möge.

Es ist eine lange, aufregende Geschichte. Der tiefste Einschnitt erfolgte mit der Implosion der Sowjetunion, dem Ende des Warschauer Paktes und der deutschen Einheit. Das Risiko eines apokalyptischen Krieges sank gegen Null, aber die Realität vieler kleiner Kriege rückte einen gesicherten Frieden in unbestimmte Ferne. Aus der Blockdisziplin entlassen, schienen begrenzte Gewaltanwendungen sogar in Europa wieder kalkulierbar. Die gebremste Konfrontation ging weiter.

Amerika erkannte und analysierte die neue Weltlage zuerst.

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In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

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