Ausgabe November 2009

Wohin treibt die SPD? Von Marx zu Kant: Bad Godesberg und der ethische Sozialismus

Zum Feiern dürfte der SPD nicht zumute sein, wenn sich am 15. November, nur wenige Wochen nach der größten Niederlage der deutschen Sozialdemokratie in der jüngeren Geschichte, die Verabschiedung des Godesberger Programms zum 50. Mal jährt. Das 1959 beschlossene Programm gilt als die große pragmatische Wende der Partei, die sie auf der einen Seite zur Volkspartei werden ließ und ihr damit überhaupt erst künftige Machtoptionen ermöglichte, auf der anderen Seite aber auch den Abschied von alten Theorie- und Gesellschaftsvorstellungen bedeutete.

Vor dem Hintergrund des verheerenden Ergebnisses bei der letzten Bundestagswahl ist die Rückbesinnung auf die damalige Debatte von großem Interesse – schon um zukünftige Fehler zu vermeiden. Bis heute ist deren Aktualitätswert eminent, gerade in Anbetracht der globalen Wirtschaftskrise. Denn wie damals steht die Linke heute insgesamt vor der Frage, ob eine freiheitliche und gerechte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung denkbar ist, die über den Kapitalismus hinausweist – und wie diese beschaffen sein müsste.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Politik als Gewinnspiel: Wetten auf Krieg und Frieden

von Sonja Peteranderl

Über Monate hinweg beobachteten US-Geheimdienste jede Bewegung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Am 3. Januar gab US-Präsident Donald Trump schließlich grünes Licht für die »Operation Absolute Resolve«.

Blackout: Die imperiale Lebensweise lässt sich nicht »abschalten«

von Ulrich Brand, Markus Wissen

Fünf lange Tage waren zehntausende Haushalte und mehr als 2000 Unternehmen bei eisigen Temperaturen im Berliner Südwesten Anfang Januar ohne Strom und ohne Heizung. Ausgelöst wurde der Stromausfall durch einen Brandanschlag auf eine wichtige, oberirdisch verlaufende Kabelbrücke des Berliner Stromnetzes.