Ausgabe Oktober 2009

Wie weiter nach der Wahl? Die Zähmung der Big Brothers

Betrachtet man die Lage der deutschen Bürgerrechtsorganisationen, lassen sich gewaltige neue Herausforderungen konstatieren. Die klassische Konfliktlinie Bürger versus Staat, in deren Rahmen die Bürgerrechtsbewegung während der vergangenen sechs Jahrzehnte politisch agierte, hat sich in den letzten Jahren erheblich verschoben. Hierfür gibt es gleich mehrere aktuelle Beispiele: die jüngsten Datenskandale in der Privatwirtschaft, die besondere Rolle des Bundesverfassungsgerichts für den Schutz der Grund- und Freiheitsrechte und den rasanten Bedeutungszuwachs von Fragen, die soziale Grundrechte betreffen. Wie sollten die Bürgerrechtsorganisationen mit dieser neuen Situation umgehen? Dieser Frage widmet sich der Staatsrechtler und Mitherausgeber des „Grundrechte-Reports“ Martin Kutscha. – D. Red.

 

„Haben Sie eine Kundenkarte?“ Wer diese stereotype Frage an den Supermarktkassen mit einem „Nein“ beantwortet, fühlt sich heutzutage schon als Kunde zweiter Klasse. Schutz der eigenen Daten? Kann es uns nicht gleichgültig sein, ob der betreffende Warenhauskonzern durch das Einlesen der Karte unsere Konsumgewohnheiten erfährt? Immerhin wird diese elektronische Offenbarung mit einem (allerdings recht geringen) Rabatt vergolten.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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Wider die digitale Manipulation

von Danah Boyd

Algorithmen dringen derzeit immer schneller in alle Lebensbereiche vor. Diesem historischen Umbruch möchte ich mich in zwölf Schritten nähern. Im ersten geht es darum, wie sich die Aufmerksamkeitsindustrie hacken lässt. Im Jahr 2008 hatte die Paranoia über Sexualstraftäter im Internet ein Allzeithoch erreicht.