Ausgabe Oktober 2009

Wie weiter nach der Wahl? Die Zähmung der Big Brothers

Betrachtet man die Lage der deutschen Bürgerrechtsorganisationen, lassen sich gewaltige neue Herausforderungen konstatieren. Die klassische Konfliktlinie Bürger versus Staat, in deren Rahmen die Bürgerrechtsbewegung während der vergangenen sechs Jahrzehnte politisch agierte, hat sich in den letzten Jahren erheblich verschoben. Hierfür gibt es gleich mehrere aktuelle Beispiele: die jüngsten Datenskandale in der Privatwirtschaft, die besondere Rolle des Bundesverfassungsgerichts für den Schutz der Grund- und Freiheitsrechte und den rasanten Bedeutungszuwachs von Fragen, die soziale Grundrechte betreffen. Wie sollten die Bürgerrechtsorganisationen mit dieser neuen Situation umgehen? Dieser Frage widmet sich der Staatsrechtler und Mitherausgeber des „Grundrechte-Reports“ Martin Kutscha. – D. Red.

 

„Haben Sie eine Kundenkarte?“ Wer diese stereotype Frage an den Supermarktkassen mit einem „Nein“ beantwortet, fühlt sich heutzutage schon als Kunde zweiter Klasse. Schutz der eigenen Daten? Kann es uns nicht gleichgültig sein, ob der betreffende Warenhauskonzern durch das Einlesen der Karte unsere Konsumgewohnheiten erfährt? Immerhin wird diese elektronische Offenbarung mit einem (allerdings recht geringen) Rabatt vergolten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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