Ausgabe März 2010

Häuserkampf und Stadterneuerung

Vor 30 Jahren, am 28. März 1980, fand in der Kreuzberger Cuvrystraße das erste gemeinsame Treffen der sogenannten Instandbesetzer statt. Dort wurden weitere wöchentlichen Treffen vereinbart und ein gemeinsamer „Besetzerrat“ gegründet. Damit war das wichtigste organisatorische Standbein der West-Berliner Hausbesetzerbewegung entstanden, welches die politische Szenerie der Stadt in den 80er Jahren wesentlich prägen und – anders als die zehn Jahre später folgende Welle der Hausbesetzungen in Ost-Berlin – großen Einfluss auf den Wandel der Stadterneuerungsstrategien ausüben sollte.

Was waren die Ursachen der Besetzerbewegung? Anfang der 80er Jahre standen rund 27 000 Wohnungen in West-Berlin leer, und 80 000 Wohnungssuchende hatten keine feste Bleibe. Die herrschende Wohnungspolitik geriet darob in ihre bislang schwerste Legitimationskrise. Ein Korruptionsskandal um den Bauunternehmer Dietrich Garski brachte den SPD-Senat zu Fall. Erst das damit entstandene Machtvakuum ermöglichte die nun folgende enorme Zunahme von Hausbesetzungen.

Diese hatten allerdings, wie die Gründung des Besetzerrates anzeigt, bereits zuvor begonnen, und zwar im Februar 1979, als die Bürgerinitiative (BI) SO 36 die ersten „Instandbesetzungen“ organisierte.

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