Ausgabe Mai 2010

Fortschritt und Enttäuschung: Obamas Gesundheitsreform

Kaum eine Sozialreform im Ausland stößt hierzulande auf eine derart große Aufmerksamkeit wie die Gesundheitsreform in den Vereinigten Staaten. Denn die hohe Anzahl der Menschen, die in den USA ohne Krankenversicherungsschutz leben, gilt in der Bundesrepublik zu Recht als skandalös. Hinzu kommt, dass die Gesundheitsreform das wichtigste innenpolitische Projekt von Präsident Barack Obama darstellt; ihr Scheitern hätte die Chancen des Sympathieträgers auf eine zweite Amtsperiode empfindlich beeinträchtigt.

Die Durchsetzung der Reform gegen massive Widerstände stellt den bislang größten innenpolitischen Erfolg Obamas dar. In Frage steht indes, ob sie die massiven Probleme des US-Gesundheitssystems lösen kann.

In den USA existiert weder eine Krankenversicherungspflicht (wie in Deutschland oder Frankreich), noch ein über den Status des Wohnbürgers garantierter Zugang zur Krankenversorgung (wie in Großbritannien oder den skandinavischen Ländern). Gleichwohl gibt es eine Reihe von staatlichen Fürsorgeprogrammen, die sich an bestimmte, als schutzbedürftig angesehene Bevölkerungsgruppen wenden. Die beiden wichtigsten sind die 1965 unter Präsident Lyndon D. Johnson eingeführten Programme Medicaid und Medicare.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Einflüsterer des Präsidenten: Fox News und Donald Trump

von Klaus Kamps

Erstaunliche Meldungen waren das, in der Tat: US-Präsident Donald Trump möchte Grönland kaufen, befiehlt amerikanischen Unternehmen, China zu verlassen, erklärt den Chef der amerikanischen Zentralbank zum Feind – und beschwert sich über seinen Lieblingssender, „Fox News“, weil dort nicht nur schlechte Umfragewerte über ihn zu hören waren, son