Ausgabe September 2010

Der Mythos der jüdischen Nation

 

Der Versuch eines internationalen Schiffskonvois, die israelische Blockade Gazas zu durchbrechen – der den Tod von neun Aktivisten durch offenbar überforderte israelische Soldaten zur Folge hatte –, belebte auch in Deutschland die Debatte um die Haltung zur Politik israelischer Regierungen aufs Neue.

Das ging soweit, dass der deutsche Bundestag kürzlich eine von allen im Parlament vertretenen Parteien getragene Resolution verabschiedete, die zwar einerseits Existenzrecht und Sicherheitsbelange Israels bestätigte, sich doch aber ebenso unmissverständlich für die Aufhebung der Blockade Gazas aussprach. Im gleichen Zug führt auch die deutsche Öffentlichkeit die Debatte fort, befeinden sich auf Seiten der Linken „Antideutsche“ und „Antiimperialisten“ – die einen treten für eine bedingungslose Solidarität mit der israelischen Politik ein, die anderen für eine bedingte Solidarität auch mit radikalen Islamisten.

In dieser Lage sind engagierte, aber auch nüchterne Informationen unerlässlich. Zu empfehlen sind daher zwei Bücher, von denen das eine, nachdem es wochenlang auf israelischen Bestsellerlisten stand, schon in Frankreich Furore machte und kürzlich auf Deutsch erschienen ist.

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Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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