Ausgabe Januar 2011

Der Kampf um Gorleben

Ziele und Erfolge der Anti-AKW-Bewegung

Wer aus den Geburtsjahrgängen ab etwa 1975 kennt heute noch Ernst Albrecht? Wer weiß, dass dieser niedersächsische CDU-Ministerpräsident nicht nur erst für die absurde Standortbenennung von Gorleben als Ort für ein Atommüll-Endlager im Februar 1977 verantwortlich war, sondern dann auch, auf dem Höhepunkt einer massiven Protestwelle 1980, den für einen Regierenden seltenen Satz gesagt hat: „Die atomare Wiederaufarbeitungsanlage ist in Gorleben politisch nicht durchsetzbar“? Heute muss man immer erläutern, dass dieser Herr Albrecht der Vater von Ursula von der Leyen ist. Dann sagen auch manch Jüngere: „Ach der!“

Das schrittweise Verschwinden von Ernst Albrecht aus dem kollektiven Gedächtnis illustriert, welche Dimensionen allein in zeitlicher Hinsicht der anhaltende gesellschaftliche Großkonflikt um die Atomkraft allgemein und konkret jener um den Standort Gorleben inzwischen erlangt hat. Wesentliche Akteurinnen und Akteure der Anfangsjahre – egal von welcher Seite des Konflikts – sind inzwischen von der Bildfläche verschwunden. Ministerpräsidenten, Bundeskanzler und Umweltminister sind gekommen und gegangen, doch um Gorleben und die Atomkraft wird noch immer heftig gestritten.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema