Bürokratieabbau als Vorwand: Angriff auf die Informationsfreiheit
Der Koalitionsausschuss wollte Tatkraft ausstrahlen, als er im Juni mit dem »Programm für Aufschwung und Beschäftigung« gleich ein ganzes Paket von Reformplänen vorstellte.
Der Koalitionsausschuss wollte Tatkraft ausstrahlen, als er im Juni mit dem »Programm für Aufschwung und Beschäftigung« gleich ein ganzes Paket von Reformplänen vorstellte.
Der Influencer »DinZul« spricht Frauen in Fitnesscentern, Shoppingcentern, vor Clubs oder einfach auf der Straße an. Er fragt nach ihrer Telefonnummer oder direkt nach einem Date – und filmt sie während des Gesprächs heimlich mit seiner KI-Brille.
Stellen wir uns folgende Situation vor: Eine Frau spricht in der Büroküche mit Kolleg:innen darüber, dass es in diesem Jahr bereits sechs Femizide gegeben habe. Ein Kollege tritt hinzu und sagt: »Und du bist die Siebte.«
Smartphonenutzung wird in der politischen und öffentlichen Debatte überwiegend als Privatproblem verhandelt und die Verantwortung dafür vor allem den Jugendlichen und ihren Eltern zugeschrieben. So wird der Blick auf individuelle Fähigkeiten und Defizite der Kinder und ihrer Familien gelenkt.
Auf dem deutschen Medienmarkt gibt es seit Ende Februar eine neue Zeitung. Das ist angesichts der andauernden Krise der Printmedien bemerkenswert. Doch über die »Ostdeutsche Allgemeine Zeitung« gibt es noch weit mehr zu sagen.
Das Konzept der »wehrhaften Demokratie« steht angesichts des Aufstiegs der AfD im Zentrum politischer Debatten. Aber rechtliche Instrumente genügen zur Verteidigung der Demokratie nicht. Daneben muss sich die Gesellschaft auch im medialen Raum, der zunehmend von digitalen Plattformen geprägt ist, zur Wehr setzen.
Man kann Axel Caesar Springer, dem Schöpfer von »Bild« und »Welt«, ja vieles vorwerfen, aber eines gewiss nicht, dass er die DDR verharmlost hätte. Im Gegenteil: Nicht ohne Grund baute Springer seinen ersten Tower direkt an die Mauer.
Für Peter Thiel und andere Tech-Ideologen ist das vernunftbegabte Wesen Mensch bloßes biologisches Material, in das stets neu zu investieren ist, um schließlich einen »technologischen Übermenschen« zu schaffen.
Anlässlich des Gazakrieges ist es zu massiven Angriffen auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gekommen, insbesondere auf die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann. An diesem Fall wird deutlich, wie die Berichterstattung zu Israel kampagnenartig unter Beschuss genommen wird.
Unbemerkt von den meisten verschiebt sich die Macht vom Menschen zur Maschine. Erste Studien bezeugen: Der Mensch wird dümmer durch KI. Je mehr er sie als Hilfsmittel nutzt, umso geringer seine kognitive Aktivität und schließlich seine Fähigkeit zum kritischen Denken.
„Die Weltbühne“ war einmal eine bedeutende, linke Zeitschrift – bis sie unter die Räuber geriet. Einst gegründet von Siegfried Jacobsohn und (kurz) fortgeführt von Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky (lang), war sie in der Weimarer Republik das Blatt mit den wichtigsten linken Stimmen.
Die reichsten und mächtigsten Menschen der Welt reihen sich hinter einem autoritären Herrscher ein, dessen Regierung die US-Demokratie zerstört. Der rechte Autoritarismus schreitet voran – politisch, gesellschaftlich, technologisch.
Ihre Haare sind kurz, gescheitelt und streng gekämmt. Sie zeigen den White Power- oder gar den Hitlergruß. Ist der Aufschwung der rechtsextremen Jugendszene wirklich etwas Neues – oder nur eine Fortsetzung neonazistischer Gewalt?
„In Deutschland ist es das größte Schimpfwort, angenehm ist es nicht.“ Wer diesen Satz hört, denkt vielleicht an „Hartz-IV-“ oder „Bürgergeld-Empfänger“ oder auch an „Scheinasylant“ oder gar „Sozialschmarotzer“, gewiss aber nicht an das, was am 12. Juni im Podcast „Hotel Matze“ zu hören war.
Echte Männer sind rechts“ – das auf Social Media viral gegangene Video des AfD-Politikers Maximilian Krah ist mehr als nur ein lapidares Bekenntnis zu traditionellen Familien- und Geschlechterrollen. Es ist vielmehr der strategische Versuch, junge Menschen niedrigschwellig an AfD-Positionen heranzuführen. Im provokanten Politainmentstil bespielt die Partei auf den digitalen Plattformen unpolitisch anmutende Themen rund um die Probleme und persönlichen Unsicherheiten junger Männer.
Als Joe Biden sein Amt vor ziemlich genau vier Jahren in Washington offiziell antrat, hofften viele, dass damit der Trump-Spuk ein für allemal beendet sei. Heute weiß die Welt, dass Bidens Regierungszeit nur ein kurzes demokratisches Intermezzo war.
Nach der Wahl habe ich viele Gespräche geführt, in denen es um die Frage ging, warum Donald Trump gewonnen hat. Die Gründe lauteten: Die Wirtschaft und die Inflation, Kamala Harris hat dies oder jenes nicht getan, Sexismus und Rassismus, die Grenze. Oder der Wahlkampfspot über Trans-Gefangene, der millionenfach geschaltet wurde. Und so weiter.
Bilder aus Israel und Gaza werden zu Waffen im Kampf um Meinungen und Emotionen. Medien sollten versuchen, mit ihrer Berichterstattung nicht zum Teil dieses Kampfes zu werden.
Parallel zum Krieg zwischen der Hamas und Israel tobt auch ein internationaler »Krieg der Bilder« um Aufmerksamkeit und Deutungshoheit. Während auf Social Media zahlreiche Fotos und Videos das Leid im Gazastreifen zeigen, kämen diese in den deutschen Medien kaum vor, kritisiert der Journalist Daniel Bax.
Es war ein rauschendes Fest: Am 20. April feierten die „Blätter“ den 20. Jahrestag ihres Umzugs von Bonn nach Berlin, nach fast 50 Jahren im Rheinland. Gut 400 Gäste waren in den Berliner „Festsaal Kreuzberg“ gekommen.
Spaniens Premier Pedro Sánchez gilt als Meister des politischen Timings. Der sozialistische Politiker hat in seiner Karriere immer wieder mit überraschenden Entscheidungen die Initiative an sich gerissen und so Gegner ausgebootet oder sich selbst wieder auf das Spielbrett gehievt.
Was für eine Offenbarung! Da hatten sich von Fürstenfeldbruck bis Flensburg Zigtausende deutscher Rechtsradikaler vor ihren Volksempfängern eingefunden, um ihrem heimlich-unheimlichen Führer Björn Höcke – nach AH kommt bekanntlich BH – beim „Welt“-Duell mit dem CDU-Politiker Mario Voigt andächtig zu lauschen, und dann das.
Der Prozess um die Auslieferung von Julian Assange steht vor einem entscheidenden Urteil. Die US-Ankläger und einige Kommentatoren behaupten, der Wikileaks-Gründer sei kein Journalist. Der Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck sieht dagegen in der Anklage einen Angriff auf die Pressefreiheit und einen Akt westlicher Doppelmoral.
Die AfD ist der Reichweitenchampion unter den Parteien auf allen relevanten Social-Media-Plattformen. Wie lässt sich der Erfolg der AfD im Netz erklären? Und was können andere Parteien der digitalen Dominanz der AfD entgegensetzen?
Vor 20 Jahren endete für die „Blätter“ eine Ära: Nach gut 47 Jahren im Rheinland, erst in Köln, dann in Bonn, zog unsere Zeitschrift nach Berlin um. Dieser Umzug ging einher mit einem Wechsel in der Redaktion.