Thema Medien

Hollywood-Guerilla

Michael Moore wurde in der US-Kleinstadt Flint in Michigan geboren und wuchs als ein „all American kid“ auf: Pfadfinder, Sportfan, Freizeitjäger. In der Highschool initiierte er eine Schülerzeitung, schrieb ein parodistisches Weihnachtsspiel – beide wurden verboten.

Andreotti - Anstifter zum Mord?

Am 17. November 2002 verurteilte die Corte d’Appello, das Berufungsgericht der umbrischen Stadt Perugia, den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten und "Senator auf Lebenszeit" Giulio Andreotti sowie den früheren Mafia-Boss Gaetano Badalamenti zu jeweils 24 Jahren Haft.

Internet: Das Ende der Anarchie

Das Internet nahm als technische Basis einer neuen Informationsund Kommunikationsinfrastruktur in den 90er Jahren einen fulminanten Aufschwung. Während E-Mails lange Zeit ein Randdasein fristeten, sind sie im Laufe des Jahrzehnts zu einem neuen Medium der Massenkommunikation geworden.

In schlechter Gesellschaft

Horrorszenarien aus der Albtraumfabrik: Terroristen haben sich in Syrien eine von der israelischen Armee liegen gelassene (!) Neutronenbombe besorgt und zerstören damit die Stadt Baltimore. Der Verdacht soll auf die neue russische Regierung fallen, die sich nach dem ungeklärten Tod ihres Präsidenten anscheinend nicht mit der Vorherrschaft der USA abfinden kann.

Berlusconismo

Entsteht in Italien ein "neuer Faschismus", wie der Nobelpreisträger Dario Fo ("Le Monde", 11.1.2002) behauptet? Seit dem Amtsantritt der zweiten Regierung Silvio Berlusconis diskutieren Italiens Intellektuelle über Widerstandsmöglichkeiten ebenso sehr wie über die Einordnung des Phänomens Berlusconi.

Roter Stern über Hongkong

Er werde Hongkongs Bürger exekutieren, versprach Chief Executive Tung Chee-hwa, Hongkongs erster chinesischer Regierungschef, am 8. Oktober 1997 in seiner Jungfernrede vor dem Provisorischen Legislativrat der ehemaligen britischen Kronkolonie.

Bubble Press

Ein Gespenst namens Zeitungskrise schwebt durch die Republik. Ob Wochenzeitungen, Lokalzeitungen oder überregionale Titel - die Verlage klagen über sinkendes Anzeigenaufkommen und Auflagenverluste. Dabei steht das Gewerbe so schlecht gar nicht da: Immerhin werden täglich knapp 30 Millionen Blätter verkauft; nahezu jeder deutsche Haushalt bezieht eine Zeitung.

Zwei Idealisten gegen den Vatikan

Der Stellvertreter, das ist ein Theaterstück und das war mal ein Theaterskandal. Vielleicht kaufte deshalb eine italienische Filmproduktionsfirma damals flugs die Rechte an dem "Stoff". Warum er jetzt erst verfilmt wurde, wäre auch eine Frage, der nachzugehen lohnte... Rolf Hochhuth wagt in seinem Stück, das Verhalten von Papst Pius XII.

Feuilletonstadl

Zurzeit wird auf allen deutschen Bühnen ein und dasselbe Stück gegeben. Es heißt "Antisemitismus" und macht sich offenbar im Wahlkampf, im Feuilleton und in der Außenpolitik gleichermaßen gut.

Der hilflose Antipopulismus

"So ist die FDP unwählbar", tönt es derzeit allüberall aus dem liberalen Blätterwald. Vom Berliner "Tagesspiegel" bis zur Hamburger "Zeit" offenbaren sich gutmeinende liberale Medienmacher, "warum ich die Möllemann-FDP nicht mehr wählen kann" (Robert Leicht).

Tragödienstadl

Das Fernsehspiel war einmal eine Gattung, mit der die Pioniere im Nachkriegs-Deutschland (West und Ost) das neue Medium vor seinem Schicksal zu bewahren suchten, zur Glotze, zum "Null-Medium" (Enzensberger) zu werden.

Tschechiens bedrohte Pressefreiheit

Mit dem Aufkauf der meisten mährischen Regionalblätter durch Vltava-Labe-Press vollzog sich im Spätsommer des vergangenen Jahres der vorerst letzte Akt der Aufteilung des tschechischen Pressemarktes unter zwei deutschen Zeitungshäusern, die Neue Presse Verlags-GmbH und die Rheinisch-Bergische Druckerei- und Verlagsgesellschaft aus Düsseldorf.

Kirchs Fall

Ist Leo Kirch bankrott? Wie lange kann sich der hoch verschuldete Medientycoon noch halten? Wer gehört zu den Gewinnern, wer zu den Verlierern im deutschen Medienmonopoly? Kein Thema hat die Medienszene in den letzten Jahren so elektrisiert wie der drohende Zusammenbruch eines der größten deutschen Film- und TVUnternehmen.

Alle Macht den Amateuren?

Vor sieben Jahren verfaßten einige dänische Filmregisseure ein Manifest namens DOGMA 95, in dem sie sich für ihre künftigen Projekte zur Einhaltung strenger Regeln verpflichteten: Die Verwendung von Stativ, künstlicher Beleuchtung, von gebauten Kulissen oder Off-Musik war fortan strikt verboten.

Erst nur Bilder

Wie zuletzt beim Ausbruch des Golfkriegs unterbrachen alle Fernsehsender das normale Programm, nachdem durch drei entführte Passagiermaschinen und deren gezielte Crashs der größte terroristische Anschlag auf die USA und vielleicht weltweit seit Menschengedenken verübt worden war.

Akteneinsicht light

Die Situation ist paradox: Da startet die Bundesregierung einen Anlauf, endlich Abschied zu nehmen vom hergebrachten Prinzip der "Amtsverschwiegenheit" und arbeitet an einem Gesetzentwurf für eine transparentere Verwaltung.

Vorbeugende Kriegspropaganda

Pearl Harbour war, um ein bekanntes Diktum zu paraphrasieren, das Ereignis, das hätte erfunden werden müssen, wenn es nicht passiert wäre: Der "feige Überfall" auf die US-amerikanische Militärbasis auf den Hawaii-Inseln lieferte endlich den Vorwand für den längst vorbereiteten Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg: Alle Instanzen waren

BSE, MKS und das neue Öko-Siegel

Was im Februar und März dieses Jahres kaum möglich erschien, ist eingetroffen und hat wieder einmal bestätigt, wie das so genannte "öffentliche Interesse" funktioniert: Die Bovine Spongiforme Enzephalitis (BSE) und die Maul- und Klauenseuche (MKS) sind von den Titelseiten der Zeitungen, aus Tagesschau und Tagesthemen völlig verschwunden.

Ohne Gnade

Daß das Thema heikel ist, erfuhr RTL schon vor der Ausstrahlung: Durch Unterlassungsanträge sollte die Sendung des Fernsehspiels Todesstrafe - Ein Deutscher hinter Gittern (16.5.2001) verhindert werden.

Im Generationen-Container

Der Pulverdampf der jüngsten Attacke auf die 68er scheint verflogen. Aber wie bei anderen beliebten Angriffszielen gilt auch hier, dass ein Verzicht auf eine neue Gelegenheit, sich im Licht der Medien auf diesem Kampfplatz auszuzeichnen, kaum erwartet werden darf.

Die wahren Türken

Wenn sogenannte Türken der dritten Generation zum ersten Mal bei einer hiesigen Zeitungs-, Radio- oder Fernsehredaktion vorstellig werden, dann sind sie kaum einfallsreicher als Deutsche, die Nachwuchskräfte werden wollen: "Guten Tag, mein Name ist XY, ich bin freie/r Journalistin in Kleinenbroich am Niederrhein und ich habe da ein interessantes Thema für Sie...