Ausgabe Mai 2011

Die grüne Lichtgestalt

Die jüngsten Erfolge der Grünen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigen, wie weit die Partei inzwischen in die Mitte der Gesellschaft gerückt ist. Saskia Richters Biographie über Petra Kelly, die grüne Lichtgestalt der Gründungszeit, ruft eindringlich in Erinnerung, was die Protagonisten dabei hinter sich gelassen haben.

Richter verschafft dem Leser Einblick in einen bewegten und bewegenden Zeitraum bundesdeutscher Geschichte. Dabei rechtfertigt Kellys Engagement als Aktivistin und Grünen-Politikerin die Einschätzung, sie gehöre zu den „großen Politikern ihrer Zeit in der alten Bundesrepublik und im internationalen Kontext der alternativen Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre.“ Allerdings trieben ihre visionären Ideen sie bis ans Ende ihrer Kräfte. Petra Kellys Lebensmotto glich, wenn auch aus anderen Motiven, dem der katholischen Nonne Theresa von Avila: „Schlaft nicht, denn es gibt keinen Frieden auf der Welt.“ So stemmte sie denn auch eine Fülle an Aufgaben, die sie periodisch schlicht zu überfordern drohten, etwa während ihrer Zeit in Brüssel, als sie am Tage für die Europäische Kommission und abends (wenn nicht gar nachts) als Vorstandssprecherin der Grünen arbeitete.

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