Ausgabe April 2012

Genossenschaft und gutes Leben

Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts

Die Aufmerksamkeit aller Klima- und Entwicklungspolitiker wie -Aktivisten richtet sich bereits auf die kommende UN-Mammutkonferenz „Rio+20“. Vielleicht hat deshalb kaum jemand bemerkt, dass wir uns seit dem 1. Januar 2012 im UN-Jahr der Genossenschaften befinden.

Genossenschaften, so UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, erinnerten die internationale Gemeinschaft daran, dass ökonomische Effizienz und soziale Verantwortlichkeit zugleich verfolgt werden können.[1] Das ist bloß eine Variation seines Lobliedes auf den „global compact“. Dessen Prinzipien der „corporate social responsibility“ und des Profitmachens seien „zwei Seiten der gleichen Medaille“. Wachstum könne, so will es Ban Ki Moon, „nachhaltig“ sein und neben „Profit auch sozialen Fortschritt bringen“.[2]

Tatsächlich aber haben die freien Märkte mit ihrer Shareholdervalue-Logik den Kapitalismus an den Rand des Zusammenbruchs manövriert, nämlich in eine zerstörerische Finanz-, Staatsschulden- und Währungskrise. Auch der Hunger, ein steter Begleiter der Menschen, dem die UNO mit den „Millenniumszielen“ im 21. Jahrhundert den Kampf angesagt hatte, kehrt zurück. Derweil gehen die Bestände fossiler Energieträger zur Neige, eine Energiekrise droht und trotzdem sinken die CO2-Emissionen viel zu wenig, als dass der Klimakollaps verhindert werden könnte.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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