Ausgabe April 2012

Genossenschaft und gutes Leben

Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts

Die Aufmerksamkeit aller Klima- und Entwicklungspolitiker wie -Aktivisten richtet sich bereits auf die kommende UN-Mammutkonferenz „Rio+20“. Vielleicht hat deshalb kaum jemand bemerkt, dass wir uns seit dem 1. Januar 2012 im UN-Jahr der Genossenschaften befinden.

Genossenschaften, so UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, erinnerten die internationale Gemeinschaft daran, dass ökonomische Effizienz und soziale Verantwortlichkeit zugleich verfolgt werden können.[1] Das ist bloß eine Variation seines Lobliedes auf den „global compact“. Dessen Prinzipien der „corporate social responsibility“ und des Profitmachens seien „zwei Seiten der gleichen Medaille“. Wachstum könne, so will es Ban Ki Moon, „nachhaltig“ sein und neben „Profit auch sozialen Fortschritt bringen“.[2]

Tatsächlich aber haben die freien Märkte mit ihrer Shareholdervalue-Logik den Kapitalismus an den Rand des Zusammenbruchs manövriert, nämlich in eine zerstörerische Finanz-, Staatsschulden- und Währungskrise. Auch der Hunger, ein steter Begleiter der Menschen, dem die UNO mit den „Millenniumszielen“ im 21. Jahrhundert den Kampf angesagt hatte, kehrt zurück. Derweil gehen die Bestände fossiler Energieträger zur Neige, eine Energiekrise droht und trotzdem sinken die CO2-Emissionen viel zu wenig, als dass der Klimakollaps verhindert werden könnte.

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