Ausgabe Januar 2012

Energiepolitik als Friedenspolitik

Seitdem die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) im November 2011 ihren jüngsten Bericht zum Stand des iranischen Nuklearwaffen-Programms veröffentlicht hat, spitzt sich die militärische Lage um den Iran immer mehr zu. In dem Bericht dokumentiert die IAEO angeblich deutliche Hinweise auf ein geheimes Kernwaffenprogramm Teherans. Demzufolge habe Iran unter anderem Sprengkapseln getestet, die auch für eine Atombombe geeignet seien. Außerdem seien Raketen für Atomsprengsätze vorbereitet worden. In Israel wurde daraufhin öffentlich über einen Angriff auf die iranischen Nuklearanlagen diskutiert. Die Regierung in Jerusalem hält sich diese Möglichkeit ausdrücklich offen: Alle Optionen seien auf dem Tisch, heißt es aus Jerusalem.

Nicht ganz so eindeutig verhalten sich die Vereinigten Staaten. Auch wenn die US-Führung offiziell noch an der Position festhält, dass ein militärisches Vorgehen gegen das Ahmadinedschad-Regime nur der letzte Ausweg sein könne, rüstet sie ihre potentiellen Alliierten in der Region bereits mit bunkerbrechenden Waffen aus. Laut Berichten des „Wall Street Journal“ und der Nachrichtenagentur Reuters sollen die Vereinigten Arabischen Emirate bis zu 4900 bunkerbrechende Bomben des Herstellers Boeing erhalten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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