Ausgabe Februar 2013

Von Japan bis Südkorea: Die Wiederkehr der Dynastien

In der Berichterstattung über den jüngsten Machtwechsel in China war viel von den „Prinzlingen“ die Rede. Tatsächlich verdankten der neue Parteiführer Xi Jinping und der in Ungnade gefallene Bo Xilai ihren Aufstieg wesentlich der Tatsache, dass sie Abkömmlinge bedeutender kommunistischer Politiker sind. Doch nicht nur in China, sondern auch in Nord- und Südkorea sowie in Japan wurden im vergangenen Jahr neue politische Führer ernannt oder gewählt, deren Väter oder Großväter ehemalige Machthaber sind. Besonders ins Auge stechen dabei die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye und der japanische Premierminister Shinzo Abe: Ihre demokratische Wahl steht ganz im Gegensatz zu ihrer Herkunft als Erben alter Politikerdynastien.

Südkorea: Der Wahlsieg einer Diktatorentochter

Park Geun-hye ist eine ungewöhnlich standfeste und zielstrebige Frau. Trotzdem wäre sie in der Machogesellschaft Südkoreas ohne ihren Übervater, den ehemaligen Militärdiktator Park Chung-hee, niemals Präsidentin geworden.

Dabei ist Park Chung-hee bis heute in Südkorea höchst umstritten. Zwar kommt ihm das Verdienst zu, Südkorea auf den Weg in die Moderne gebracht zu haben. Er bediente sich dabei aber brachial diktatorischer Mittel. In der koreanischen Linken ist er zudem verhasst, weil er Offizier der japanischen Kolonialarmee war.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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