Ausgabe November 2013

Tea Party: Zu hoch gepokert

Auch die Demokraten haben die hinter uns liegenden Wochen eines stillgestellten Verwaltungsapparats und des möglichen Staatsbankrotts nicht unversehrt überstanden, doch die eigentlichen Verlierer sind, wie die Umfragen zeigen, die Republikaner.

Bei ihrem Versuch, Amerika in Geiselhaft zu nehmen, haben die Republikaner etwas ganz Grundlegendes außer Acht gelassen. Zwar mögen die meisten Amerikaner „Big Government“ nicht, aber sie verehren die amerikanische Regierungsweise. Eben deshalb hat eine Mehrheit der Amerikaner die Manöver der Republikaner zur Rücknahme oder Verzögerung der Gesundheitsreform missbilligt, obwohl der Affordable Care Act (vulgo Obamacare) weiterhin mehrheitlich abgelehnt wird.

Der Staats- und Regierungsapparat als solcher war in Amerika nie beliebt, außer in echten Krisenzeiten wie Kriegen oder wirtschaftlicher Depression. Die Nation verdankt ihre Entstehung einer Revolution, die sich gegen missbräuchliche Staatsgewalt richtete – denn genau darum ging es seinerzeit bei der echten Tea Party 1793. Diese Erfahrung, dieses Misstrauen steckt in unseren Genen.

Linke beunruhigt der military-industrial-congressional-complex, jenes Machtkartell, das Unsummen für die Produktion neuer Massenvernichtungswaffen ausgibt, Amerikaner ausspioniert und im Ausland Unschuldige tötet.

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