Ausgabe Oktober 2013

Putins Nahost-Offensive

Erst die Flucht von Edward Snowden, dann der Syrien-Konflikt: Seit einigen Wochen steht Russland, zur Freude Wladimir Putins, wieder im Mittelpunkt der globalen Politik – und speziell im Nahen Osten. Was für eine erstaunliche Wende! Gewiss, Russlands Vorgänger, die Sowjetunion, war unter den Präsidenten Nikita Chruschtschow und Leonid Breschnew ausgesprochen erfolgreich in der Region. Doch die gescheiterte Afghanistanpolitik Boris Jelzins und dessen Passivität in Nahost machten diese Erfolge zunichte. Erst Wladimir Putin gelang es, die unter Jelzin zerstörten Beziehungen teilweise wieder zu normalisieren, insbesondere zu den dezidiert antiamerikanischen Staaten Iran und Syrien.

Doch der Arabische Frühling, von dessen Ereignissen die Regierung in Moskau schier überrollt wurde, bedeutete einen herben Rückschlag. Während die Vereinigten Staaten alsbald wenigstens Arbeitsbeziehungen zu den neuen Regimes einrichteten, stand Russland abseits.

Bestes Beispiel dafür war der Fall Libyen: Als die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und die Arabische Liga die libysche Opposition unterstützten, hielt Moskau an Muammar al-Gaddafi fest, selbst nach dessen Sturz. Ebenso verhält es sich mit Russlands Beziehung zu Syriens Präsidenten Baschar al-Assad: Russland überwacht Syriens Luftraum, versorgt Syriens Luftabwehr mit Informationen und patrouilliert vor dessen Küste.

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