Ausgabe Januar 2014

Kaukasische Risse: Die Olympiade in Sotschi

Der Kaukasus wird seit der Antike wegen seiner ethnischen Vielfalt auch „der Berg der Sprachen“ genannt. Heute darf man ihn getrost auch als „Berg der schwelenden, ungelösten Konflikte“ bezeichnen. Sowohl nördlich als auch südlich der Kammlinie des über 1000 Kilometer langen Gebirges brodelt es. Die Bewohner der Russischen Föderation, zu der die autonomen Republiken im Nordkaukasus gehören, blicken inzwischen mit großem Misstrauen und mit Abneigung auf die Unruheregion. Diese zu befrieden war der Auftrag, der Wladimir Putin – neben der Machtstabilisierung – mit auf den Weg gegeben wurde, als er am Silvestertag des Jahres 1999 vom scheidenden Präsidenten Boris Jelzin die Nachfolge übertragen bekam.

Nur eine Minderheit der Russen, nämlich 20 Prozent, glaubt einer aktuellen Umfrage zufolge, dass ihm das gelungen ist. Dagegen sind rund 70 Prozent der landesweit Befragten der Meinung, die Lage in der Region sei gespannt oder sogar explosiv.[1]

Es zeugt daher von einem hohen Maß an Selbstsicherheit, dass Kreml-Chef Wladimir Putin die olympischen Winterspiele 2014 in dieses Umfeld holte.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema