Ausgabe Juli 2014

Kolumbien: Frieden für den Freihandel?

Für den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos war es bis zuletzt eine Zitterpartie: In einem regelrechten Wahlmarathon hatte das Lager seines rechtskonservativen Herausforderers Óscar Iván Zuluaga zunehmend an Stärke gewonnen. Zuerst etablierte sich dessen Partei Centro Democrático im Zuge der Parlamentswahlen im März als zweitstärkste Kraft im Senat, dann schlug Zuluaga Santos völlig überraschend im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl Ende Mai mit 29 zu 26 Prozent der Stimmen. Doch am Ende entschied sich die Mehrheit der Kolumbianer dennoch für Kontinuität: In einer Stichwahl Mitte Juni bestätigten sie den seit 2010 regierenden Santos mit 51 Prozent der Stimmen im Amt. Zuluaga, der das weit rechts stehende Lager um den Expräsidenten Álvaro Uribe Velez vertritt, erreichte lediglich 45 Prozent der Stimmen.

Mitentscheidend für den Sieg Santos‘, der der Partido Social de la Unidad Nacional angehört, war vor allem die Unterstützung des Mitte-Links-Lagers.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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