Ausgabe Juli 2014

Kolumbien: Frieden für den Freihandel?

Für den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos war es bis zuletzt eine Zitterpartie: In einem regelrechten Wahlmarathon hatte das Lager seines rechtskonservativen Herausforderers Óscar Iván Zuluaga zunehmend an Stärke gewonnen. Zuerst etablierte sich dessen Partei Centro Democrático im Zuge der Parlamentswahlen im März als zweitstärkste Kraft im Senat, dann schlug Zuluaga Santos völlig überraschend im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl Ende Mai mit 29 zu 26 Prozent der Stimmen. Doch am Ende entschied sich die Mehrheit der Kolumbianer dennoch für Kontinuität: In einer Stichwahl Mitte Juni bestätigten sie den seit 2010 regierenden Santos mit 51 Prozent der Stimmen im Amt. Zuluaga, der das weit rechts stehende Lager um den Expräsidenten Álvaro Uribe Velez vertritt, erreichte lediglich 45 Prozent der Stimmen.

Mitentscheidend für den Sieg Santos‘, der der Partido Social de la Unidad Nacional angehört, war vor allem die Unterstützung des Mitte-Links-Lagers.

Sie haben etwa 7% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 93% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Bild: imago images / Xinhua

Argentinien: Die Rückkehr des Peronismus

von Tobias Boos

Die Schlacht schien geschlagen, noch bevor der Wahlkampf überhaupt begonnen hatte. Schon bei der Vorwahl im August hatte Alberto Fernández seinen Konkurrenten, den damals amtierenden Präsidenten Mauricio Macri, mit 15 Prozentpunkten Vorsprung weit hinter sich gelassen.

Demonstrierende in Bolivien

Bild: imago images / Fotoarena

Bolivien: Morales als Märtyrer?

von Thomas Guthmann

Vor 14 Jahren trat in Bolivien Evo Morales als erster indigener Präsident Lateinamerikas sein Amt an. Heute, gut zwei Monate nach seinem erzwungenen Rücktritt, ist das Land gespaltener denn je. Während die Interimsregierung das Militär auf die Straßen schickt, kämpft die indigene Bevölkerung um den Erhalt ihrer Rechte.