Ausgabe April 2015

»Israel, ich bleibe!«

Als Deutscher unter Deutschen

Petzow am Schwielowsee, März 2015. So schön sie sein mag, die Landschaft, so elegisch doch auch, zumal in diesem Frühjahr, dem kein ordentlicher Winter voranging, so dass an vielen Bäumen noch das Herbstlaub hängt. Das ergibt, wenn der Himmel makellos blau ist – was nicht selten vorkommt – einen eigentümlichen Kontrast: ältliches Braun auf leuchtendem Grund, dahinter, zwischen schwarz und grün oszillierend, die kleinen Wellen des Sees. Theodor Fontane, ein Autor, den ich in meiner Jugend hoch schätzte, dessen Denkmal im Hotelgarten steht, hat den See auf seinen „Wanderungen“ beschrieben: „Der Schwielow ist gutmütig, so sagten wir; aber wie alle gutmütigen Naturen kann er heftig werden, plötzlich, beinahe unmotiviert, und dann ist er unberechenbar. Eben noch lachend, beginnt ein Kräuseln und Drehen, nun ein Wirbel, ein Aufstäuben, ein Gewölk – es ist, als führe eine Hand aus dem Trichter, und was über ihm ist, muss hinab in die Tiefe... Es gibt ganze Linien, wo die gescheiterten Schiffe liegen.“

Was der Dichter der Mark Brandenburg und Preußens hier mitteilt, trifft noch heute zu, Klimawandel hin oder her.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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