Ausgabe April 2016

Donald Trump: Der Schrecken der Neocons

Die USA erleben derzeit eine enorme Polarisierung. Im Rennen um die Präsidentschaftsnominierung erhitzen die Kandidaten beider Parteien die Gemüter. Scharfe Töne fallen dabei jedoch keineswegs nur zwischen Demokraten und Republikanern, sondern auch innerhalb der beiden Lager: Donald Trump stößt unter etablierten Konservativen auf schroffe Ablehnung. Und Hillary Clinton schlägt im demokratischen Milieu breite Skepsis entgegen, wie auch der überraschend hohe Zuspruch für ihren Konkurrenten Bernie Sanders zeigt. Doch was sind die Gründe für das Unbehagen an den bislang führenden Kandidaten der eigenen Partei? Dem gehen die folgenden beiden Texte von James W. Carden (© Agence Global) und Michael J. Brenner nach. Die Übersetzung stammt von Karl D. Bredthauer. – D. Red

Zu den erfreulicheren Aspekten des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 gehört die Verstörung in Kreisen der Neokonservativen. Ausgelöst wurde sie von Donald Trumps erstaunlichem Erfolg bei den republikanischen Primaries. Die Versuchung, darüber Schadenfreude zu empfinden, liegt nahe. Sie wird aber gedämpft durch die zunehmend realistisch erscheinende Annahme, dass es Trump tatsächlich gelingen könnte, sich die Nominierung zu sichern. In diesem Fall drohen düstere Aussichten, allerdings nicht für die Republikaner – sondern für die Demokraten.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Vermummter Mann mit Sonnenbrille und Helmkamera

Bild: imago images / UPI Photo

Nach Trump: Aussichten auf den Bürgerkrieg

von Alexander Hurst

Donald Trump wird für seine plumpen Hasstiraden in den sozialen Netzwerken zuweilen belächelt. Unter seinen Anhängern gibt es etliche, die diese durchaus wörtlich nehmen und vor Gewalt nicht zurückschrecken. Bei einer Amtsenthebung oder Abwahl Trumps könnte aus den Drohungen schnell bitterer Ernst werden.

Die Einflüsterer des Präsidenten: Fox News und Donald Trump

von Klaus Kamps

Erstaunliche Meldungen waren das, in der Tat: US-Präsident Donald Trump möchte Grönland kaufen, befiehlt amerikanischen Unternehmen, China zu verlassen, erklärt den Chef der amerikanischen Zentralbank zum Feind – und beschwert sich über seinen Lieblingssender, „Fox News“, weil dort nicht nur schlechte Umfragewerte über ihn zu hören waren, son

Die Wirtschaft, die wir brauchen

Bild: sol/Unsplash

Die Wirtschaft, die wir brauchen

von Joseph E. Stiglitz

Für große Teile der Menschen in den westlichen Industrienationen funktioniert die Markwirtschaft nicht mehr. Wir brauchen daher einen progressiven Kapitalismus, der sich durch Regulierungen, Reformen und einen neuen Gesellschaftsvertrag auszeichnet.