Ausgabe Februar 2016

Fünf Jahre Arabellion: Das Ende eines Traums?

Vor fünf Jahren brach der Arabische Frühling aus. In kürzester Zeit gelang es, im Frühjahr 2011 Millionen Menschen auf die Straßen zu bringen und den Start in eine neue Gesellschaft zu wagen. Der gelungene Aufstand gegen den tunesischen Langzeitpräsidenten Zine el-Abidine Ben Ali inspirierte Aktivisten in der ganzen Region, und nachdem im Februar 2011 der ägyptische Präsident Hosni Mubarak abgesetzt worden war, gab es kein Halten mehr. Auch in Libyen, Bahrain, Jemen und vielen anderen Ländern demonstrierten die Massen. In jenem Frühling sah es tatsächlich so aus, als wäre die Diktatur in der arabischen Welt ein Auslaufmodell.

Heute ist aus dem arabischen Traum ein Albtraum geworden. Die Hoffnung auf Würde, Freiheit, Wohlstand und vielleicht auch Demokratie hat sich nicht erfüllt. Die alten Eliten haben nach wie vor – oder längst wieder – das Sagen. Die Arabellion von 2011 gilt als gescheitert; in keinem Land – mit Ausnahme von Tunesien vielleicht – wurde der Weg in Richtung Demokratie eingeschlagen. Rückblickend scheint es unglaublich, fast schon naiv, dass es hier einmal eine große Hoffnung auf Demokratie und Freiheit gegeben hat.

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