Ausgabe Mai 2016

Sexismus und die Kultur des Patriarchats

Die sexuellen Übergriffe in Köln und anderen deutschen Städten haben zu einer hitzigen Debatte geführt. Vor allem die Linke vermeidet es jedoch, nach der kulturellen Prägung der mutmaßlichen Täter zu fragen, kritisiert der Sozialwissenschaftler Arnd Richter.

Berlin-Kreuzberg gilt nach wie vor als Ort multikulturellen Zusammenlebens und als Zentrum alternativer Politik – trotz Partytourismus und Gentrifizierung. Umso überraschender ist die zunehmende Kriminalität und Gewalt rund um das Kottbusser Tor: Die Zahl der Raubüberfälle ist in den letzten Monaten massiv angestiegen, „Antanz-Vorfälle“ und sexuelle Übergriffe stehen auf der Tagesordnung.[1] Und wie bereits in der Silvesternacht in Köln sollen die Täter, die es vor allem auf die Touristinnen und Touristen abgesehen haben, aus nordafrikanischen Staaten stammen.

Damit stellt sich einmal mehr die Frage, welche Bedeutung die Herkunft der mutmaßlichen Täter hat. Bereits nach den Übergriffen der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten zeigte sich die Öffentlichkeit tief gespalten: Die eine Seite verwies auf die patriarchalen Strukturen in den Heimatländern der Täter – und damit auf deren kulturelle Herkunft.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema