Ausgabe September 2016

GroKo sei Dank: Energiewende ausgebremst

Das Wetter spielte diesen Sommer – einmal mehr – verrückt: Bundesweit gab es Hitzewellen und Regenrekorde gleichermaßen. Und nach 2015 – dem bisher wärmsten Jahr seit der Aufzeichnung der Erdtemperatur – hat 2016 beste Chancen, das nächste Rekordjahr zu werden.

Die Klimawerte bestätigen, was für Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler seit Langem feststeht: Wir befinden uns bereits inmitten eines globalen Klimawandels. Diese Erkenntnis sollte die Bundesregierung unter der „Klimakanzlerin“ Angela Merkel eigentlich dazu veranlassen, dieses drängende Menschheitsproblem ganz oben auf ihre Agenda zu setzen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Mit ihrer jüngsten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat die Regierungsmehrheit im Juli weitere drastische Einschnitte bei den klimafreundlichen, dezentralen Energieträgern im Bundestag durchgesetzt. Ihr Ausbau soll gegenüber dem Trend der vergangenen Jahre auf weniger als die Hälfte zurückgeschraubt werden. Zudem erschwert die Umstellung der Förderung von Wind- und größeren Solaranlagen auf Ausschreibungsverfahren die Verwirklichung von Bürgerenergieprojekten und stellt ein nicht unerhebliches Kostenrisiko dar.

Damit bremst die Bundesregierung die erneuerbaren Energien just in dem historischen Moment weiter aus, in dem diese ihren globalen Durchbruch erleben.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Oktober 2020

In der Oktober-Ausgabe zeigt der Anthropologe Wade Davis, wie die Corona-Pandemie die gesellschaftlichen Widersprüche der USA offenlegt und ihren Niedergang als Weltmacht beschleunigt. Der Historiker Bernd Greiner porträtiert den einstigen US-Chefstrategen Henry Kissinger und dessen skrupellosen Willen zur Macht. Der Schriftsteller Zafer Şenocak fordert, dass die deutsche Außenpolitik endlich Verantwortung für die kolonialen Verbrechen übernimmt. Die Schriftstellerin Dina Nayeri beschreibt, wie ihre Fluchterfahrung ihre Identität bis heute zutiefst prägt. Und »Blätter«-Mitherausgeber Rudolf Hickel plädiert für soziale Gerechtigkeit bei der Begleichung der gewaltigen Corona-Schulden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema