Ausgabe Juni 2018

Die Rückkehr der Bombe

Die neue US-Nukleardoktrin und die russische »De-Eskalation«

Im kommenden Monat wird der »Atomwaffensperrvertrag« (NVV) fünfzig Jahre alt. Zugleich jährt sich die Verabschiedung eines »Atomwaffenverbotsvertrags« (VVA), dessen Aushandlung die UN-Generalversammlung 2016 mit großer Mehrheit gefordert hatte (Resolution 71/258) und den bis heute schon 58 Staaten unterzeichnet haben, ungeachtet der Abstinenz der Atommächte und der Nato. Die Kündigung des Iranabkommens und die Verabschiedung einer neuen Nuklearstrategie durch die USA (NPR 2018) dürften im Zentrum des Brüsseler Nato-Gipfels im Juli stehen. Im Folgenden setzen sich zwei Insider der »Strategic Community« mit einer Kernthese der neuen US-Doktrin auseinander, die für Länder, in denen – wie in Deutschland – US-Atomwaffen lagern, beunruhigende Implikationen hat, nämlich eine bedrohliche Absenkung der »Atomkriegsschwelle«. – D. Red.

Im Westen geht man zunehmend davon aus, Russland habe sich für eine Nuklearstrategie der „Eskalation zur Deeskalation“ entschieden – und dadurch die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen erschreckend stark abgesenkt. Von besonderer Bedeutung ist, dass die neue Nuclear Posture Review (NPR) der Trump-Administration diese Annahme als Tatsachenfeststellung behandelt.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Druckausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema