Ausgabe Januar 2019

Wie viel Blut klebt an der Kunst?

Von der Dekolonisierung der Museen zur Dekolonisierung der Politik

Nicht schon mit dem Ende des deutschen Kaiserreichs, sondern erst mit dem offiziellen Ende des Ersten Weltkriegs durch den Versailler Vertrag endete auch die deutsche Kolonialherrschaft. Ein Jahrhundert danach ist im öffentlichen Diskurs der Bundesrepublik eine allmählich zunehmende Bereitschaft zu beobachten, sich mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands und deren Auswirkungen auf die gesellschaftliche Gegenwart dieses Landes auseinanderzusetzen. Dass die Debatte über den Kolonialismus nun an Fahrt gewinnt, hängt nicht zuletzt mit der Wiederkehr des Verdrängten in Form der Flucht- und Migrationsbewegungen nach Europa zusammen. Katalysatorische Wirkungen hatten zudem die langjährigen Bemühungen kolonialismuskritischer zivilgesellschaftlicher Initiativen, etwa um die Umbenennung von Straßen, die bis heute nach Kolonialverbrechern benannt sind. Gleiches gilt für die Klage von Herero-Repräsentanten gegen die Bundesrepublik vor einem New Yorker Gericht sowie der Streit um das Humboldt Forum im rekonstruierten Berliner Stadtschloss.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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