Ausgabe Juni 2019

Freiheit heute: Besser statt mehr!

Wer dieser Tage den Lindnerschen „Full-Flavour-Liberalismus“ vernimmt, wünscht sich so manches Mal in das Jahr 1975 zurück, in dem ein großer Liberaler folgende Überlegungen anstellte: „Die neue Freiheit, die wir erhoffen und erstreben können, ist die liberale Antwort auf eine Welt, die sich radikal verändert. Obgleich die Meteorologie des neuen Klimas noch unvollkommen ist, wird heute kaum jemand bezweifeln wollen, dass das Wetter umgeschlagen ist, in dem wir unsere sozialen und ökonomischen Fragen behandeln.“ (S. 16)

„Meine These in diesen Vorlesungen [...] besagt, dass wir unsere Währung ändern müssen, das Thema der Geschichte, wenn wir die großen Probleme des Tages in liberaler Weise lösen wollen.“ (S. 26 f.)

„In den entwickelten Gesellschaften der Welt mit ihren Marktwirtschaften, offenen Gesellschaften und demokratischen Staatswesen scheint ein dominantes Thema erschöpft, das Thema des Fortschritts in einem bestimmten, eindimensionalen Sinn, der linearen Entwicklung, des impliziten und oft genug expliziten Glaubens an die unbegrenzten Möglichkeiten der quantitativen Expansion.“ (S. 33)

„Die bewegende Kraft der politischen Ökonomie der Freiheit in den siebziger Jahren ist nicht mehr Ausweitung, Expansion, sondern Besserung, was ich Melioration nennen werde, qualitative an Stelle quantitativer Entwicklung.

Sie haben etwa 37% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 63% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Über den Verfassungspatriotismus hinaus

von Meron Mendel

Während des Historikerstreits 1986 wehrte sich Jürgen Habermas erfolgreich gegen die Relativierung des Holocaust und hoffte, die Deutschen würden statt einer konventionellen Nationalidentität einen Verfassungspatriotismus entwickeln. Heute sollte dieses abstrakte Konzept mit konkreten Inhalten gefüllt werden.