Ausgabe Juni 2019

Gut gemeint, schlecht gemacht: Feministische Außenpolitik à la Maas

In den bald 15 Jahren ihrer Kanzlerschaft hat Angela Merkel den Begriff „Feminismus“ sorgsam gemieden und Gleichstellungspolitik hatte wenig Bedeutung. Ihr Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich demgegenüber nun die Frauenfrage groß auf die Fahnen geschrieben: Weltweit will er geschlechtsbedingte Diskriminierung abbauen und setzte als Vorsitzender im UN-Sicherheitsrat die Agenda „Frauen, Frieden und Sicherheit“ ganz oben auf die Prioritätenliste. Maas ist damit der erste deutsche Außenminister, der ernsthaft Außen- und Sicherheitsfragen mit einem geschlechtergerechten Ansatz verknüpft.

Fest entschlossen, mit einer neuen Resolution zur Stärkung von Frauen zu glänzen, reiste die deutsche Delegation im April mit prominenter Unterstützung nach New York – und legte dort einen gehörigen Fehlstart hin. Anstatt die Rechte der Überlebenden von sexualisierter Gewalt in Konflikten wirksam zu stärken, fällt die neue Resolution hinter den bisherigen Stand zurück: Frauen, die vergewaltigt und ungewollt schwanger wurden, wird der Zugang zur Gesundheitsversorgung fortan erschwert und sie haben keinen, wie ursprünglich vorgesehen, legalen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen.

Denn womit zu rechnen war, Bundesaußenminister Heiko Maas und die gleichfalls involvierte Staatssekretärin Michelle Müntefering aber nicht rechnen wollten, war der längst erklärte Widerstand der USA.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Druckausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema