Ausgabe Januar 2020

Die AfD im Klima-Abseits

In der Dezember-Ausgabe warnte »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke vor einer möglichen Wiederkehr der Geschichte, wenn auch unter veränderten Vorzeichen, durch erste Überlegungen einer Regierungsbeteiligung der AfD in Thüringen. Diesem Gefahrenszenario widerspricht der »Zeit«-Autor Maximilian Probst.

Der Rechtsnationalismus wird aus falschen Gründen gefürchtet. Natürlich hat die AfD bis in die obersten Spitzen ein Nazi-Nähe-Problem. Doch ganz gleich, wie Björn Höcke heute redet oder was Andreas Kalbitz früher mit braunen Kumpanen getrieben hat: Der Nationalsozialismus wird im Gewande der Partei genauso wenig wiederkehren, wie der Stalinismus durch die Grünen wiederkehrte, auch wenn einige von deren Anhängern anfangs ein erkennbares K-Gruppen-Problem hatten.

Das mag in manchen Kreisen für eine gewisse Enttäuschung sorgen, Kreise, in denen man hofft, die AfD möge sich bitte durch stetige Radikalisierung unwählbar machen. Doch diesen Gefallen wird die Partei ihren Gegnern nicht tun. Im selben Maße wie ihre Ambitionen größer werden und Regierungsbeteiligungen näherrücken, wird sie sich, und das ist schon jetzt zu beobachten, um ein bürgerliches Auftreten bemühen.

Januar 2020

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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