Ausgabe Januar 2020

Greenwashing für Glyphosat

„Mein Job wird oft kritisiert. Aber er rettet auch Leben.“ Wenn eine Firma es sich erlaubt, mit derart bekenntnishafter Anti-Propaganda die Werbeflächen des Landes zu plakatieren, dann muss es ihr schon erstaunlich gut gehen – oder aber das Wasser steht ihr bis zum Hals. Letzteres gilt für die Firma Bayer, seit sie 2018 auf die glorreiche Idee verfiel, sich den Glyphosat-Erzeuger Monsanto für schlappe 63 Mrd. Dollar an Land zu ziehen. Seither ist der Börsenwert von Bayer regelrecht abgestürzt; zeitweise lag er unter dem Kaufpreis von Monsanto.

Doch als wäre es nicht bereits genug damit, dass in den USA über 40 000 Klagen zu den Krebsrisiken von „Round-up“, dem Superpestizid auf Glyphosatbasis, anhängig sind, wurde im vergangenen Sommer bekannt, dass Monsanto 2016 eigene Spitzellisten über potentielle Gegner angelegt hatte. Und pünktlich zum Jahresende dann der nächste PR-GAU: Wissenschaftliche Studien bescheinigten Glyphosat, dass es vollkommen ungefährlich für den Menschen sei – dumm nur, dass zwei davon Monsanto finanzierte.

Doch wo Gefahr ist, wächst bekanntlich das Rettende auch. Und zwar längst auch im Hause Bayer – unter dem klingenden Namen Matthias Berninger. Denn seit 2019 ist der vormalige Chefstrippenzieher von Joschka Fischer der neue Cheflobbyist des Konzerns.

Januar 2020

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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