Ausgabe Januar 2020

Sardinen gegen Salvini: Protest auf Italienisch

Bild: imago images / Independent Photo Agency Int.

Mit diesem Sardinenschwarm, der von Tag zu Tag größer wird und sich von Nord nach Süd über ganz Italien erstreckt, hatte niemand gerechnet. Und schon gar nicht die Politiker. Seit Jahren gab es kein Aufbäumen mehr in der Zivilgesellschaft, als sei diese in Schockstarre verfallen. Besonders die jüngeren Generationen waren bei den wenigen Demonstrationen immer spärlicher zur Stelle, das Durchschnittsalter der Protestierenden lag bei gefühlten 50 Jahren. Jetzt aber scheint sich etwas zu regen – und zwar gerade unter den 20- bis 30jährigen. Vielleicht war es der Zuspruch, den Greta Thunberg mit ihrer Fridays-for-Future-Bewegung erfahren hat, der den jungen Italienern den nötigen Ansporn gegeben hat. Jedenfalls sind es vor allem diese Altersgruppen, die seit einigen Wochen zu Tausenden auf die Plätze strömen und für Aufsehen sorgen. Die Teilnehmer dieser Flash-Mobs nennen sich Sardinen, sie schwärmen und schichten sich zusammen, wo immer sich Matteo Salvini, der Chef der rechtsnationalen Lega, blicken lässt.

Der erste Flash-Mob bildete sich am 14. November 2019 auf der Piazza Maggiore, dem pulsierenden Herz der mittelalterlichen Altstadt von Bologna.

Januar 2020

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Druckausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

SPD-Parteitag

Bild: imago images / IPON

2020: Jahr des Übergangs, Jahr der Entscheidung

von Albrecht von Lucke

„In die Neue Zeit“ war der SPD-Bundesparteitag Anfang Dezember überschrieben, und tatsächlich steht die Wahl von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans zum ersten Duo an der SPD-Spitze für eine historische Zäsur. Dabei könnte die neue Führung selbst nur ein Übergangsduo sein.

Indische Soldaten

Bild: imago images / Hindustan Times

Das Ende des indischen Traums

von Arundhati Roy

Indien lebte stets von seiner Vielfalt und seinen Gegensätzen. Doch seit der Wahl von Narendra Modi zum Premierminister droht sich das zu ändern: Denn Modi kämpft für eine Vorherrschaft der Hindus – und zwar mit allen Mitteln.

Alte Macht, junge Revolte: Afrikas dritte Protestwelle

Bild: imago images / Kyodo News

Alte Macht, junge Revolte: Afrikas dritte Protestwelle

von Julia Schweers

Ob in Hongkong, Lateinamerika oder dem Mittleren Osten – überall begehren vor allem junge Menschen gegen ihre Regierungen auf. Weniger Beachtung findet dagegen die Tatsache, dass auch in Afrika der Frust der Jugendlichen immer stärker wächst.