Ausgabe März 2020

Die Kraft der Sonne und das Gewicht der Stimme

Wie wir die Mächtigen in den Wahnsinn treiben können

Klimaschützer demonstrieren auf der Brooklyn Bridge in New York

Bild: imago images / Pacific Press Agency

Mit jedem Tag wird eines immer deutlicher: Der Klimawandel, den wir derzeit forcieren, wird alles übertreffen, was unsere Zivilisation je erlebt hat, und die Biologie der Erde grundlegend schwächen. Denn darin besteht das Neue der Lage: Der Mensch ist heute selbst eine geologische Kraft. Was ein großes Wissenschaftlerteam im Jahr 2017 als „biologische Vernichtung“ bezeichnete, ist bereits in vollem Gang: In den letzten Jahrzehnten verschwanden bereits die Hälfte der Tiere des Planeten und Milliarden von lokalen Tierpopulationen. Im Jahr 2018 berichteten Forscher, dass einige lokale Insektenpopulationen um 80 Prozent zurückgegangen seien – und Insekten auszulöschen ist nicht einfach. Auch bei der charismatischeren Fauna ist die Lage hoch kritisch. Allerdings bemerken wir bei ihr den Rückgang nicht gleich, weil es noch viele Bilder von den Tieren gibt. (Laut einer Studie sieht ein Franzose in einem Jahr mehr Fotos von Löwen, als es in Westafrika tatsächlich noch lebende Löwen gibt.)[1] Aber für diese Verluste gibt es mehr als eine Ursache: Wälder, die für Nutzholz und Ackerland gerodet werden, vergiftete Küstengewässer, Tiere mit wohlschmeckendem Fleisch, die überjagt und überfischt werden. Und jetzt füllen wir, weitaus schneller als je zuvor in der Erdgeschichte, die Atmosphäre mit ebenjenem Gasgemisch, das die fünf großen früheren Massenaussterben ausgelöst hat. Der Planet wird irgendwann damit fertig werden: In ferner Zukunft wird all dieser Kohlenstoff schließlich in Kalkstein, Öl, Gas und Kohle umgewandelt, und der Kreislauf beginnt von Neuem. Mit genügend Abstand betrachtet, ist nichts davon wichtig.

Aber vielleicht sollten gerade wir diesen Abstand nicht haben. Im Gegensatz zu den Fischen des Perm-Zeitalters sind wir vorgewarnt. Im Gegensatz zu den Sauropoden der Kreidezeit können wir etwas dagegen tun. Peter Brannen schrieb in seiner Geschichte der großen Katastrophen: „Zum Glück haben wir noch Zeit“[2] – wenn auch offensichtlich nicht mehr viel. Und zum Glück stehen uns zwei neue Technologien zur Verfügung, die diesen Glauben in die Tat umsetzen könnten, zwei relativ neue Erfindungen, die sich heute als entscheidend erweisen könnten, wenn sie vollumfänglich eingesetzt würden. Die eine ist das Solarmodul; die andere ist die gewaltfreie Bewegung.

Offensichtlich sind das sehr unterschiedliche Arten von Erfindungen: Das Solarmodul (und seine Cousins, die Windturbine und die Lithium-Ionen-Batterie) sind Hardware, während die Fähigkeit, sich massenhaft für Veränderungen zu organisieren, eher einer Software ähnelt. Manchen Menschen wird es wahrscheinlich seltsam vorkommen, gewaltfreie Kampagnen als „Technologie“ zu bezeichnen. Beide stecken noch in den Kinderschuhen; wir setzen sie ein, aber ziemlich blindlings, und finden durch Ausprobieren heraus, wie sie am wirkungsvollsten sind. Beide haben ihre Grenzen: Beide sind weder so ausschlaggebend noch so unmittelbar wirkungsvoll wie etwa eine Atomwaffe oder ein Kohlekraftwerk. Aber dennoch sind beide transformativ – und vor allem ist ihre Macht eine menschliche. Sie bedrohen das Spiel nicht, das wir all die Jahre gespielt haben. Tatsächlich schicken sie sich an, es noch schöner zu machen.

Solarenergie ist ein Wunder oder zumindest ein Näherungswert, was unsere Zwecke angeht. Wie Gentechnik und Künstliche Intelligenz hat sie ihre Wurzeln in der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts, aber sie wurde im 20. Jahrhundert erwachsen und hat im 21. Jahrhundert richtig abgehoben. Auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis wurden unter anderem das Club-Sandwich, der Hot Dog, die Zuckerwatte und die Eiswaffel erstmals vorgestellt. Andrew Carnegie sah dort, wie ein portugiesischer Priester einen ersten „Heliophor“ vorführte, der das Sonnenlicht konzentrierte und so Temperaturen von über 3000 Grad Celsius erzeugte. Der Anblick brannte sich in Carnegies Gedächtnis ein. Seine Stahlwerke hatten den weitaus größten Teil der Kohleförderung der Welt verbraucht, und Carnegie sagte voraus, der „Sonnenmotor“ sei die größte Hoffnung für die Zukunft der Menschheit. Seine „Strahlen machen die Erde bewohnbar und könnten irgendwann einmal Strom durch Solarmaschinen erzeugen“.[3]

Das Blätter-Sommerabo

Erst 1954 gelang es den Mitarbeitern bei Bell Labs jedoch, eine funktionierende Solarzelle zur Stromerzeugung herzustellen, und sie war so teuer, dass sie zunächst nur in den ersten Satelliten, die in die Erdumlaufbahn geschossen wurden, eingesetzt wurde. Entlang der gleichen Lernkurve, die Kurzweil für die Rechenleistung entdeckte, sanken die Preise für Solarmodule. Tatsächlich sank der Preis für Solarenergie von 100 Dollar pro Watt in den 1960er Jahren auf weniger als 30 Cent pro Watt bis 2018, was sie in weiten Teilen der Welt zur billigsten Methode für die Stromerzeugung macht. Man muss nicht mehr nach Kohle graben oder nach Gas und Öl bohren und die Brennstoffe dann zu einem riesigen Kraftwerk transportieren, wo sie bei hohen Temperaturen verbrannt werden. Die Hitze wird dann genutzt, um eine Turbine anzutreiben, die Stromspannung danach für den Transport durch ein weitverzweigtes Netz erhöht und für den Heimgebrauch wieder gesenkt. Mit Solarmodulen kann man eine Glasscheibe auf den Himmel ausrichten, und hinten fließen dann Licht, Kälte und Informationen heraus. Das ist Magie auf Hogwarts-Niveau.

Die Sonne kann nicht in Rechnung gestellt werden

Die Solarenergie ist somit eine bemerkenswerte Form des Fortschritts, weil sie weniger energieintensiv ist als der Brennstoff, den sie ersetzt, und in gewisser Weise schwieriger zu nutzen. Kohle, Öl und Gas werden in ein paar wenigen Gegenden gefördert und können um die ganze Welt transportiert werden, während Sonne und Wind an einer Million verschiedenen Standorten gesammelt und dann über das Netz verteilt werden müssen; erneuerbare Energien sind allgegenwärtig, aber auch verstreut, ganz im Gegenteil zu dem Konzentrat an chemischer Energie in einem Stück Kohle oder einem Liter Öl.

Aber diese Einschränkungen werden durch reelle Vorteile ausgeglichen. Zwar werden manche Leute reich, indem sie Windräder und Solarmodule aufstellen, aber nie Exxon-reich, weil man die Sonne nicht in Rechnung stellen kann. (Deswegen hasst Exxon die Solarenergie: Man stellt dafür ein Solarmodul auf, und dann ist die Energie kostenlos – aus unternehmerischer Sicht das dümmste Geschäftsmodell aller Zeiten.) Das Geld, das man für Energie ausgibt, bleibt in unmittelbarer Nähe zum Haushalt; die Gebrüder Koch wären niemals zu den reichsten und mächtigsten Bürgern der Vereinigten Staaten geworden, wenn sie lediglich fossilen Treibstoff von hier nach da transportiert hätten. Vor diesem Hintergrund könnte Solarstrom eine Reparaturtechnologie sein, in sozialer wie ökologischer Hinsicht. Er kann zur Heilung der Atmosphäre beitragen und gleichzeitig die riesige Ungleichheit verringern, die sich aus der Kontrolle über Öl- und Gasvorkommen ergibt. In beiden Fällen kann er die Aufgabe nicht vollständig erfüllen. Es gibt andere Quellen der Ungleichheit, ebenso wie die Viehzucht und die Abholzung der Wälder neben Kraftwerken zu den Klimaschäden beitragen. Aber es ist ein Anfang. Daher ist der Umstand, dass die Solarenergie keinen Quantensprung in der Energieversorgung der Menschheit darstellt, sowohl ein feature als auch ein bug.

Ähnliches gilt für die Gewaltlosigkeit, die andere „Technologie“, die ich als praktikabel und vielversprechend ins Spiel bringen möchte. Tatsächlich arbeitet sie Hand in Hand mit Innovationen wie Solarmodulen, denn wenn wir den politischen Willen aufbauen wollen, um erneuerbare Energien schnell genug zu verbreiten, müssen wir den Zeitgeist mit der Planierraupe neu gestalten. Dazu sind gesellschaftliche Bewegungen da.

Es liegt quasi in der Natur der Sache, dass Gewaltlosigkeit weniger unmittelbare Macht ausstrahlt als die Kräfte (Gewalt, Zwang), die sie ersetzen will. (Unbewaffnete Demonstranten können jederzeit erschossen werden, und viele werden es auch.) Gewalt ist eine altehrwürdige Tradition – sie ist das Werkzeug, mit dem Menschen ihre Differenzen über Jahrtausende hinweg beigelegt haben. Wenn sich die Menschheitsgeschichte verkeilt hatte, war Revolution in irgendeiner Form oft die einzige Brechstange, um die Dinge wieder in Bewegung zu bringen – egal, welche Waffen man auch einsetzen musste.

Diese Geschichte muss man nicht mit Abscheu betrachten, ebenso wenig wie man die Kohleverbrennung im 20. Jahrhundert als Verbrechen ansehen muss. Ich bin in Lexington, Massachusetts, aufgewachsen, und den ganzen Sommer über habe ich dort Touristen über den Dorfanger geführt, auf dem die erste Schlacht der Amerikanischen Revolution geschlagen wurde. (Rückblickend war es der erste Kampf gegen das größte Weltreich aller Zeiten.) Die Minutemen forderten eine echte, wenn auch unvollkommene Demokratie. Hut ab vor Captain Parker und seinen zahlenmäßig unterlegenen Männern.

Die »Technologie« der Gewaltlosigkeit

Aber acht Meilen von Lexington entfernt, in der Stadt Concord, und drei Generationen später, erblickte eine andere Vorstellung von Widerstand aus den komplizierten Gedankengängen von Henry Thoreau das Licht der Welt. Im Jahr 1846 verließ er seine später berühmte Hütte am Walden Pond für einen Spaziergang in die Stadt. Dort traf er Sam Staples, den Schutzmann und Steuereintreiber von Concord, der ihn daran erinnerte, dass er die jährliche Kopfsteuer, die von allen Männern zwischen zwanzig und siebzig Jahren verlangt wurde, noch nicht bezahlt hatte. Thoreau gab das zu und sagte, als Gegner der Sklaverei „kann ich eine Regierung, die auch eine Regierung der Sklaven ist, niemals als meine Regierung anerkennen“. Er wurde ins Gefängnis gesteckt und verbrachte dort die Nacht. Sein Freund Ralph Waldo Emerson soll ihn besucht und gefragt haben, warum er dort saß, und bekam als Antwort eine Gegenfrage: „Warum sitzt du nicht hier?“

Auf jeden Fall, so schrieb Thoreau später, habe er über Lösungen nachgedacht, die weit über die einfache demokratische Regierungsform hinausgingen, für die seine Vorfahren in Neuengland gekämpft hatten: „Lege in deine Stimme das ganze Gewicht, wirf nicht nur einen Papierzettel, sondern deinen ganzen Einfluss in die Waagschale. Eine Minderheit ist machtlos, wenn sie sich der Mehrheit anpasst; sie ist dann noch einmal eine Minderheit; unwiderstehlich aber ist sie, wenn sie ihr ganzes Gewicht einsetzt.

Vor der Wahl, ob er alle anständigen Menschen im Gefängnis halten oder Krieg und Sklaverei aufgeben soll, wird der Staat mit seiner Antwort nicht zögern. Wenn tausend Menschen dieses Jahr keine Steuern bezahlen würden, so wäre das keine brutale und blutige Maßnahme – das wäre es nur, wenn sie sie zahlten und damit dem Staat erlaubten, Brutalitäten zu begehen und Blut zu vergießen. Das Erstere ist, was wir unter einer friedlichen Revolution verstehen – soweit sie möglich ist.“[4] Als introvertierter und ausgesprochen misanthropischer Mensch hatte Thoreau keinerlei Pläne, irgendeine Bewegung auf die Beine zu stellen. Seine Idee war so weltfremd, dass kaum jemand, auch nicht die eifrigsten Gegner der Sklaverei in seinem Umfeld, seinem Beispiel folgte. Und die Streitfrage der Sklaverei wurde schließlich durch den blutigsten Krieg in der US-amerikanischen Geschichte gelöst.

Kombi-Abo der Blätter

Doch die Zeit verlieh Thoreaus Idee Bedeutung, auch wenn sie anfangs wenig Beachtung fand. Leo Tolstoi las Thoreaus Texte und schrieb über ihn; durch Tolstoi erfuhr Mahatma Gandhi von Thoreaus Buch, über das er 1907 sagte, es sei „für alle Zeiten geschrieben“ worden. „Seine prägnante Logik ist unwiderlegbar.“ Gandhis große „Experimente mit der Wahrheit“ zogen sich über einen Großteil der nächsten fünfzig Jahre hin, und obwohl sie zu spät kamen, um die beiden Weltkriege zu verhindern, trugen sie schließlich dazu bei, die Briten aus Indien zu vertreiben. Die Arbeit, die die Minutemen mit Musketen auf dem Dorfanger von Lexington begonnen hatten, beendeten Gandhi und seine Anhänger mit ihrem Mut in den Salzwerken von Gujarat. Später adaptierte Martin Luther King diese Methoden, um gegen einige Übel anzugehen, die die ursprüngliche amerikanische Revolution institutionalisiert hatte.

Eine der bemerkenswertesten Erfindungen unserer Zeit

Mit „Gewaltlosigkeit“ meine ich nicht ausschließlich oder auch nur überwiegend die dramatischen Akte des zivilen Ungehorsams, die im Gefängnis oder mit Prügeln enden. Ich meine die ganze Bandbreite von Organisationsarbeit, die auf den Aufbau von Massenbewegungen abzielt, mit dem Ziel, den Zeitgeist und damit den Lauf der Geschichte zu verändern. (Tatsächlich betonte Gandhi immer wieder, dass zu seinem Satyagraha auch „konstruktive Arbeit“ zum Aufbau der lokalen Wirtschaft gehörte. Zu seiner Zeit war das Spinnrad ein wichtiges Symbol, heute verfügt sein alter Ashram in Sevagram nicht nur über Solarmodule, sondern auch über einen Bio-Gärbehälter, mit dem sich Gas zum Kochen aus Kuhmist erzeugen lässt.) Dieser Bewegungsaufbau unterscheidet sich von der normalen Politik, vom täglichen Kampf um Vorteile innerhalb des herrschenden Systems und für geringfügige Änderungen des Systems (zum Beispiel Steuersenkungen), die im Einklang mit den aktuell vorherrschenden Strömungen in der öffentlichen Meinung stehen. Stattdessen denke ich an Dramen wie den Kampf um das Wahlrecht, gegen die Rassentrennung oder für die Homosexuellenehe. Jede dieser Bewegungen deckte die volle Bandbreite ab, von politisch bis illegal, und konzentrierte sich mehr auf die Veränderung der Kultur als auf begrenzte legislative Siege.

Einer der besten Theoretiker der Gewaltlosigkeit war Jonathan Schell, der in seinem Buch „Das Schicksal der Erde“ schrieb, Atomwaffen machten Kriege unkontrollierbar, weil sie so mächtig seien. In einem späteren Buch, „Die Politik des Friedens“, entwickelte er die Idee weiter. Gewalt sei zunehmend dysfunktional geworden, schrieb er, und „dass Formen gewaltfreien Handelns auf jeder Ebene der Politik die Gewalt wirksam ersetzen können“. Oder, etwas eloquenter, sie seien „ein Mittel, mit dessen Hilfe viele aktive wenige rücksichtslose Menschen überwinden können“.[5]

Ich glaube, wie gesagt, dass Gewaltlosigkeit eine der bemerkenswertesten Erfindungen unserer Zeit ist – wenn wir Glück haben, ist sie die Innovation, für die Historiker das 20. Jahrhundert am meisten schätzen werden. Das sehen aber nicht alle so. Besonders Abgebrühte halten sie sogar für rein auf Glauben basierenden Hokuspokus. Der Futurist Yuval Hariri sagte, es sei schwierig, die größte Entdeckung des 20. Jahrhunderts zu nennen. Vielleicht Antibiotika? Der Computer? „Fragen Sie sich nun: Was war die einflussreichste Entdeckung, Erfindung oder Schöpfung traditioneller Religionen […] im 20. Jahrhundert? Auch das ist eine schwierige Frage, denn hier hat man recht wenig Auswahlmöglichkeit.“[6]

Sein Spott ist fehl am Platz. Gewaltlosigkeit entsprang nicht direkt einer Religion, das ist wahr, und tatsächlich widersprach sie manchmal der Religion – einige von Gandhis größten Kampagnen richteten sich gegen das Kastensystem des Hinduismus. Aber Mahatmas und Geistliche haben diese Art von Widerstand definitiv mitentwickelt, und in seinem Kern steckt eine spirituelle Erkenntnis, die mindestens auf die Bergpredigt zurückgeht. Es geht dabei um das Prinzip, die andere Wange hinzuhalten, unverdientes Leiden auf sich zu nehmen, unserer Sympathie für die Schwachen zu folgen statt unserer unterwürfigen Bewunderung für die Starken. Selbst in der scheinbar sachlichen Welt des Umweltschutzes sind umfangreiche Forschungen und Datenmengen am Ende nicht entscheidend: Im Kampf gegen den Klimawandel geht es letztendlich nicht um Absorptionsraten von Infrarotstrahlung in der Atmosphäre, sondern um Macht, Geld und Gerechtigkeit. Da die Industrie über das meiste Geld und damit die meiste Macht verfügt, gewinnt sie in der Regel – es sei denn, es entsteht eine Bewegung, die sowohl die Herzen als auch die Köpfe erreicht.

Eine solche Bewegung entstand in den späten 1960er Jahren, nach der Veröffentlichung von Rachel Carsons „Der stumme Frühling“ und inmitten brennender Flüsse und smogverseuchter Städte. Aber sie machte wenig Fortschritte, bis sich 1970 am ersten „Tag der Erde“ 20 Millionen Amerikaner (ein Zehntel der Bevölkerung) an Protesten in allen Teilen des Landes beteiligten. Diese beispiellose Demonstration der Besorgnis (und einige nachfolgende Wahlniederlagen für Politiker mit Verbindungen zu Umweltverschmutzern) rüttelte Washington wach. Die übliche Machtverteilung war aus dem Gleichgewicht gebracht, und die Großkonzerne verloren einige Jahre lang Schlacht um Schlacht: Richard Nixon, sicher kein Umweltschützer, hatte politisch keine andere Wahl, als den Clean Air Act, den Clean Water Act, den Endangered Species Act und die anderen noch heute gültigen Umweltgesetze zu unterzeichnen. Aber Erfolg kann eine Bewegung schwächen. Die Organisationen, die auf die Straße gegangen waren, zogen sich nun in große Washingtoner Büros zurück und konzentrierten sich auf Lobbyarbeit. Eine Zeit lang funktionierte diese Strategie, denn an diesem ersten „Tag der Erde“ hatte die Bewegung genug Schwung für ein oder zwei Jahrzehnte bekommen. Aber dieser Schwung ließ langsam nach, und schließlich gewann die Macht des Geldes wieder die Oberhand. Als die George-W.-Bush-Regierung ans Ruder kam, hatten die Ölgesellschaften wieder die Kontrolle übernommen und konnten jede Chance auf Fortschritt beim Klimawandel vereiteln. Nach der Wahl von Barack Obama schaffte es ein demokratischer Kongress nicht, auch nur bescheidene Emissionshandelsgesetze mit festen Obergrenzen zur Bekämpfung der globalen Klimaerwärmung zu verabschieden. Und so hielten es einige von uns für an der Zeit, die Bewegung auf der Straße wieder aufzubauen, damit wir eine Chance hatten, sowohl den Kampf als auch den Streit zu gewinnen.

350.org oder: Die Rückkehr der Bewegung

Viele Menschen überall auf der Welt haben bei diesem Wiedererwachen eine große Rolle gespielt – vor allem die in den ärmsten Gegenden, die am stärksten von der Umweltveränderung betroffen sind. Manche von uns versuchten das über eine kleine Gruppe namens 350.org, die wir 2008 gründeten („wir“ waren zunächst ich und sieben Studenten am Middlebury College in Vermont). Wir konzentrierten uns nicht auf die Politik, sondern auf die Mobilisierung, wobei wir feststellten, dass es sinnlos war, sich ohne eine Bewegung, die auf Veränderungen drängte, Gedanken darüber zu machen, wie genau der Wandel aussehen sollte. Unsere Strategie war, offen gesagt, lächerlich („Die Welt mobilisieren“), aber wir hatten Anfängerglück, und offenbar gab es da eine unbesetzte ökologische Nische.

Die Menschen auf dem ganzen Planeten machten sich tatsächlich Sorgen wegen der Klimaerwärmung, aber sie fühlten sich machtlos angesichts dieser Übermacht – eine Verzweiflung, die teilweise schon allein dadurch überwunden werden konnte, dass man die Menschen zusammenbrachte. Unser erster Versuch, die Welt zu erobern, fand im Jahr 2009 bei 5200 Kundgebungen in 181 Ländern statt, was CNN als „umfangreichste politische Aktion in der Geschichte des Planeten“ bezeichnete. Die meisten dieser Veranstaltungen waren klein, aber im Laufe der Zeit ist die Bewegung so gewachsen, dass wir inzwischen Hunderttausende von Menschen auf die Straße bringen können. Als wir uns mit anderen zusammenschlossen, um die Keystone-Pipeline zu bekämpfen, trug das zu einer weltweiten Flut von Kämpfen bei, die heute jedes Infrastrukturprojekt im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen erschwert. (Der Leiter einer der größten amerikanischen Energielobbys hat sich lange und heftig über die „Keystonisierung“ aller Pläne der Branche beschwert.) Tausende Menschen in ihren Kajaks – „Kajaktivisten“, natürlich – halfen, Shell davon zu überzeugen, die Bohrpläne in der Arktis aufzugeben; Dutzende von Staaten und Ländern haben Fracking inzwischen verboten; und einige haben sogar jegliche Probebohrungen nach Öl und Gas gestoppt.

Das Ganze ist jetzt eine Bewegung, und die wird zunehmend von Kindern, indigenen Völkern und ethnischen Communitys angeführt. Im Herbst 2018 inszenierte ein 15jähriges schwedisches Mädchen namens Greta Thunberg einen „Schulstreik“. Sie saß auf den Stufen vor dem Parlamentsgebäude statt im Schulunterricht – mit der Begründung, sie habe keine Lust, in die Schule zu gehen, wenn die Regierung keine Lust habe, sich um das Klima zu kümmern. Mit ihrer Aktion traf sie die Stimmung in ganz Nordeuropa, und auch auf der anderen Seite der Welt traten australische Schulkinder bald in Streik und besetzten das Foyer ihres Parlaments. In Großbritannien war unterdessen die Bewegung „Extinction Rebellion“ entstanden, die mit Aktionen des zivilen Ungehorsams den Verkehr in London zum Stillstand brachte. In den Vereinigten Staaten inszenierten junge Menschen ein Sit-in im Kongress und forderten einen Sonderausschuss für einen Green New Deal.

Gewaltlos gegen die größten und reichsten Mächte des Planeten

Anfang 2019 berichteten Meinungsforscher, dass 80 Prozent der Demokraten und 60 Prozent der Republikaner die Idee oder zumindest den Slogan unterstützten. Die Erde hat Fieber, und die Antikörper wirken allmählich. Was nicht bedeutet, dass wir gewonnen haben. Das haben wir nicht. Die Gebrüder Koch und die Ölgesellschaften halten sich immer noch, auch dank Herrn Trump. Aber wir haben sie so aufgeschreckt, dass sie jetzt um sich schlagen – monatelang verfolgten Abgesandte der Fossilenergiebranche jeden meiner Schritte mit Videokameras, dank der ölfinanzierten Bemühungen des führenden „Oppositionsforschungsunternehmens“ des Landes. Nach einer bemerkenswerten Demonstration von Einheit der indigenen Nationen bei den Protesten gegen die Dakota-Access-Pipeline verabschiedeten die von den Kochs finanzierten Gesetzgeber „Anti-Protest-Gesetze“ in einem Staatsparlament nach dem anderen, die alle darauf abzielten, diese Form des Dissens zu verhindern. (In Oklahoma kann man für das Betreten von „maßgeblichen Infrastruktureinrichtungen“ jetzt zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt werden.)[7]

Entsprechende Gesetze gibt es weltweit, von Dutertes Philippinen über Erdog˘ans Türkei, Maduros Venezuela bis hin zu Putins Russland, wo Proteste oft tödlich enden. Aber von allen Seiten tritt den Oligarchen Widerstand entgegen. Wie Naomi Klein sagte, können wir mit unseren Körpern eine De-facto-Steuer in Kraft setzen, wenn wir keine ernsthafte CO2-Steuer von einem korrupten Parlament bekommen. Damit verschaffen wir den Branchen für erneuerbare Energien Zeit – vielleicht sogar genug Zeit, um gegenüber den physikalischen Abläufen der globalen Erwärmung ein wenig Boden gutzumachen.

Ich erzähle all dies nicht, um damit zu prahlen – wie gesagt, wir gewinnen nicht, und auf jeden Fall bin ich kein großer Anführer. (Nachdem ich geholfen habe, die Dinge in Gang zu bringen, habe ich erleichtert und gerne das Rampenlicht den jungen, vielfältigen und bemerkenswerten Organisatoren auf der ganzen Welt überlassen.) Dennoch war es ein großes Privileg, aus nächster Nähe mitzuerleben, dass sich diese Technologie der Gewaltlosigkeit selbst gegen die größten und reichsten Mächte des Planeten durchsetzen kann. Im Herbst 2011, als vor dem Weißen Haus der zivile Ungehorsam gegen Keystone in Erscheinung trat, berichtete das „National Journal“ über eine Umfrage unter seinen 300 „Insidern der Energiebranche“ auf dem Capitol Hill und in den Büros der Lobbyisten an der K Street. Laut dieser Umfrage prognostizierten 91 Prozent der Befragten, dass Trans-Canada, das Unternehmen, das den Bau der Pipeline plante, bald die Genehmigung erhalten würde.

Aber dann wanderten 1253 Menschen wegen zivilen Ungehorsams ins Gefängnis, mehr als in den Jahrzehnten zuvor zusammengenommen. Zehntausende umringten das Weiße Haus – je nach Perspektive war das entweder eine Gruppenumarmung oder ein vorübergehender Hausarrest für Barack Obama. Wenige Jahre später zeigten Umfragen, dass sich eine klare Mehrheit der Amerikaner gegen dieses Projekt aussprach. Die Pipeline ist immer noch nicht gebaut, und selbst wenn sie eines Tages in den Boden kommt, wird ihr größtes Erbe die verbreitete Erkenntnis sein, dass wir damit auf dem Holzweg sind. Im Frühsommer 2018 verwendete Papst Franziskus genau die Sprache, die wir in diesem Kampf entwickelt hatten. Er sagte, der Großteil der Öl-, Gas- und Kohlevorkommen müsste „unter der Erde bleiben“.[8] Wir hatten unsere Arbeit begonnen, um den Zeitgeist zu verändern – und das hatten wir erreicht.

Mit Kreativität, Witz, Leidenschaft und Geist für die Zukunft des Planeten

Ähnliche Bewegungen sind auch bei anderen Themen vorstellbar, etwa Designerbabys. Tatsächlich wäre eine solche Kampagne in gewisser Weise einfacher, weil die Befürworter derartiger Technik noch nicht fest etabliert sind; es gibt noch kein Exxon-Äquivalent mit einer unerschöpflichen Einnahmequelle und einem Harem aus Kongressabgeordneten und Senatoren. Zu einem solchen Kampf würden sich Aktivisten von links und rechts zusammenfinden, was potentiell großen Einfluss, aber auch ständige Spannungen bedeuten würde. Schwer zu sagen, was eine solche Bewegung ins Leben rufen könnte – vermutlich eine Entwicklung (Ein menschlicher Klon? Die nächsten Designerbabys?), die schockierend genug ist, um die Aufmerksamkeit der Leute zu erregen –, und ich kann nicht versprechen, dass sie gewinnen wird. Wenn Google und ähnliche Unternehmen sich für die Gegenseite stark machen, wird es ein harter Kampf werden, den wohl die Seite gewinnt, deren Definition von „Fortschritt“ sich durchsetzt. Aber das könnte durchaus der Beginn einer größeren Bewegung zur Verteidigung des Menschlichen sein.

Gewaltlosigkeit ist eine mächtige Technologie, auch wenn wir immer noch sehr wenig darüber wissen. Mit militärischer Macht verhält sich das anders: Fast jede Nation auf dem Planeten hat eine oder zwei Institutionen, die sich der Erforschung des Krieges widmen und Männer und Frauen hervorbringen, die sich bestens mit Flankenangriffen und Luftunterstützung auskennen. Sie gehen dann zum Militär, das besser finanziert ist als jeder andere Teil der Gesellschaft. Auch die Polizei ist oft stark militarisiert. Der Besuch des Lagers am Standing Rock erinnerte mich daran, dass staatliche und lokale Behörden, die mit überschüssiger Pentagon-Ausrüstung überschwemmt werden, von den Streitkräften kaum zu unterscheiden sind. Die Einsatzkräfte dort hatten Schallkanonen, Wasserwerfer und Fahrzeuge, die praktisch Panzer waren; sie trugen die taktische Ausrüstung von Kampfsoldaten. Die Ölgesellschaften stellten Sicherheitskräfte mit Zähne fletschenden Schäferhunden ein. Und doch war all diese Feuerkraft fast machtlos gegen das Lager, das sich am Zusammenfluss von Cannonball und Missouri gebildet hatte. Tatsächlich erreichten die Ölbarone immer weniger, je mehr Gewalt sie einsetzten. An jenem Tag, an dem sie die Hunde auf friedliche Demonstranten losließen, wurde Standing Rock zu einer Krise für das Weiße Haus, denn dort wusste man, was die Bilder bedeuteten – sie stellten eine direkte Verbindung zu den legendären Bildern von Birmingham und der Bürgerrechtsbewegung her. Dass Barack Obama gezwungen war, die Pipeline zu verbieten, war ein großer Sieg; dass Donald Trump sie wieder möglich machte, war ein großer, tragischer Unglücksfall der Geschichte. Aber wer glaubt, dass die Zeit für die Ölgesellschaften arbeitet, zieht die falschen Schlüsse aus der Geschichte. Diese Bewegung wird gewinnen (auch wenn sie es möglicherweise nicht rechtzeitig tut).

Sie wird auch deswegen gewinnen, weil Gewalt schlechtere Karten hat als früher. Sie ist immer noch mächtig, in North und South Dakota, in China, in Russland und an vielen anderen Orten. Aber die Technologie der Gewaltlosigkeit setzt sie unter Druck. Wir sind noch am Anfang der Lernkurve, und uns fehlt eine Institution wie die Militärakademien in West Point oder Annapolis, aber Menschen auf der ganzen Welt tauschen Erfahrungen aus. Die serbische Gruppe „Otpor!“ entwickelte ihre Taktiken zum Sturz des Autokraten Slobodan Miloševic´ und gab diese an die jungen Menschen weiter, die den Arabischen Frühling ins Rollen brachten; ihre Erfolge und Misserfolge führen zu neuen Erfahrungen. Wenn es uns gelingt, das Spiel der Menschheit nicht zu beenden, werden diese neuen Ideen im Laufe der Zeit weiter gedeihen, denn sie basieren auf genau dem, was uns Menschen ausmacht: Kreativität, Witz, Leidenschaft, Geist. Nichts davon klingt, als wäre es einem Kampf gegen Geld und Waffen gewachsen, aber die Millionen Menschen, die sich spontan versammelten, um den US-Präsidenten davon abzuhalten, Familien an der Grenze zu Mexiko zu zerreißen, haben es bewiesen: Manchmal funktioniert es.

Das hat zum Beispiel ein Viehzüchter in Nebraska unter Beweis gestellt, der die entscheidenden Technologien der Photovoltaik und des zivilen Ungehorsams auf atemberaubende Weise kombiniert hat. Bob Allpress züchtet Rinder und baut Alfalfa an – und zwar auf einem 360 Hektar großen Stück Land, das die TransCanada Corporation mit der Keystone XL Pipeline durchschneiden will. Dagegen wehrt er sich seit Jahren, und im Jahr 2017 baute er eine große Solaranlage mitten in den geplanten Verlauf der Pipeline. Wenn TransCanada die Pipeline trotzdem bauen will, „müsste das Unternehmen nicht nur ein Enteignungsverfahren gegen uns einleiten lassen, sondern auch Solarmodule zerstören, die guten sauberen Strom ins Netz einspeisen und Arbeitsplätze für die Menschen schaffen, die sie bauen“, sagte Allpress.[9] Diese Taktik wenden heute immer mehr Menschen an – in Nebraska, in Kanada, in Australien, wo immer ein großes neues Projekt für fossile Brennstoffe vorgeschlagen wird. Einige Nonnen bauten kürzlich eine Kapelle mit einem Solardach in den Weg einer Pipeline.

Wenn Sie eine Ölgesellschaft wären, gegen wen würden Sie lieber kämpfen? Ein Typ mit einem Gewehr ist kein Problem, Sie können sämtliche Gewehre der Welt haben. Aber ein Typ mit ein paar Solarmodulen, Zugang zu sozialen Medien und einem schlauen Kopf wird Sie in den Wahnsinn treiben.

Der Beitrag stammt aus „Die taumelnde Welt. Wofür wir im 21. Jahrhundert kämpfen müssen“, dem neuen Buch des Autors, das soeben im Karl Blessing Verlag München erschienen ist. Die Übersetzung aus dem Englischen besorgte Sigrid Schmid.

[1] Damian Carrington, Humans Just 0.01% of All Life but Have Destroyed 83% of Wild Mammals – Study, in: „The Guardian“, 21.5.2018.

[2] George Monbiot, Our Natural World Is Disappearing Before Our Eyes. We Have to Save It, in: „The Guardian“, 29.6.2018.

[3] Donald Worster, Shrinking the Earth: The Rise and Decline of Natural Abundance, New York 2016, S. 116.

[4] Henry David Thoreau, Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, übers. von W. E. Richartz, Zürich 1967, S. 51 f.

[5] Jonathan Schell, Die Politik des Friedens, übers. von Heiner Kober, München 2004, S. 18, 149.

[6] Yuval Noah Harari, Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen, übers. von Andreas Wirthensohn, München 2017, S. 424.

[7] Heidi M. Przybyla, Report: Anti-Protester Bills Gain Traction in State Legislatures, in: „USA Today“, 29.8.2017.

[8] Megan Darby, Pope Francis Tells Oil Chiefs to Keep It in the Ground, climatechangenews.com, 9.6.2018.

[9] Phil McKenna, Ranchers Fight Keystone XL Pipeline by Building Solar Panels in Its Path, in: „InsideClimate News“, 11.7.2017.

 

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