Ausgabe März 2020

Die Kraft der Sonne und das Gewicht der Stimme

Wie wir die Mächtigen in den Wahnsinn treiben können

Klimaschützer demonstrieren auf der Brooklyn Bridge in New York

Bild: imago images / Pacific Press Agency

Mit jedem Tag wird eines immer deutlicher: Der Klimawandel, den wir derzeit forcieren, wird alles übertreffen, was unsere Zivilisation je erlebt hat, und die Biologie der Erde grundlegend schwächen. Denn darin besteht das Neue der Lage: Der Mensch ist heute selbst eine geologische Kraft. Was ein großes Wissenschaftlerteam im Jahr 2017 als „biologische Vernichtung“ bezeichnete, ist bereits in vollem Gang: In den letzten Jahrzehnten verschwanden bereits die Hälfte der Tiere des Planeten und Milliarden von lokalen Tierpopulationen. Im Jahr 2018 berichteten Forscher, dass einige lokale Insektenpopulationen um 80 Prozent zurückgegangen seien – und Insekten auszulöschen ist nicht einfach. Auch bei der charismatischeren Fauna ist die Lage hoch kritisch. Allerdings bemerken wir bei ihr den Rückgang nicht gleich, weil es noch viele Bilder von den Tieren gibt. (Laut einer Studie sieht ein Franzose in einem Jahr mehr Fotos von Löwen, als es in Westafrika tatsächlich noch lebende Löwen gibt.)[1] Aber für diese Verluste gibt es mehr als eine Ursache: Wälder, die für Nutzholz und Ackerland gerodet werden, vergiftete Küstengewässer, Tiere mit wohlschmeckendem Fleisch, die überjagt und überfischt werden. Und jetzt füllen wir, weitaus schneller als je zuvor in der Erdgeschichte, die Atmosphäre mit ebenjenem Gasgemisch, das die fünf großen früheren Massenaussterben ausgelöst hat.

März 2020

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Aktuelle Ausgabe Juli 2020

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