Während die USA und China auf dem Feld der Klimapolitik in eine fruchtbare Phase eines kooperativen Wettstreits um die besten Lösungen eintreten könnten, nimmt auf dem Feld der Geo- und Sicherheitspolitik die rhetorische Auseinandersetzung zunehmend bedrohliche Formen an. Nachdem wir in der April-Ausgabe mit Robert Kagan die Gedanken des vielleicht wichtigsten neokonservativen Vordenkers einer US-amerikanischen Suprematie dokumentiert haben, präsentieren wir nun mit Michael T. Klare einen dezidierten Kritiker einer US-amerikanischen Hegemonialstrategie. Im folgenden Text, den die »Blätter« in deutscher Erstveröffentlichung und in der Übersetzung von Karl D. Bredthauer zum Abdruck bringen, beschäftigt Klare sich mit einer möglichen kriegerischen Eskalation. Der Beitrag erschien am 1. April 2021 unter dem Titel »Stumbling into War?« auf www.tomdispatch.com und wird von dessen Herausgeber Tom Engelhardt eingeleitet: »Stellen wir uns so etwas wie einen zweiten Kalten Krieg vor – oder wie es US-Präsident Joe Biden in seiner ersten Pressekonferenz am 25. März formulierte: ›einen Ausscheidungskampf zwischen Demokratien und Autokratien um die Zweckmäßigkeit‹ der rivalisierenden Systeme im 21. Jahrhundert.
In der Dezember-Ausgabe analysiert Andreas Reckwitz das Verhältnis von Verlusterfahrung und Moderne. Michael Tomasky zeigt, wie rechte Medien Donald Trump zum Sieg verhalfen. Wolfgang Zellner fordert mit Blick auf die kommende Trump-Präsidentschaft eine Selbstbehauptung der EU. Anne Applebaum erinnert angesichts des Kriegs in der Ukraine an Deutschlands besondere historische Verantwortung. Stephan Gorol plädiert für eine lernende Friedensbewegung. Dirk Messner zeigt auf, wie die ökologische Transformation doch noch gelingen kann. Und Leander Scholz beleuchtet den Stellenwert von menschlicher wie nichtmenschlicher Diversität.
