Ausgabe April 2026

Welt ohne Regeln

Wie Donald Trump die Macht der USA verspielt

US-Präsident Donald Trump im Oval Office mit einem Modell eines B-2-Spirit-Bombers auf seinem Schreibtisch, 16.3.2026 (IMAGO / MediaPunch)

Bild: US-Präsident Donald Trump im Oval Office mit einem Modell eines B-2-Spirit-Bombers auf seinem Schreibtisch, 16.3.2026 (IMAGO / MediaPunch)

Mutwillig zerstört der US-Präsident die von seinem Land dominierte Weltordnung. Doch eine multipolare Welt wird keine friedlichere sein, im Gegenteil: Es droht ein Ringen alter und neuer Großmächte um Einfluss-sphären – und ein Rüstungswettlauf unter den bedrohten Klein- und Mittelmächten, zum Schaden auch und nicht zuletzt der USA.

Mit der Nationalen Sicherheitsstrategie der Trump-Regierung ist es nun amtlich: Die von den USA dominierte liberale Weltordnung ist Vergangenheit. Und das liegt keineswegs daran, dass die USA materiell nicht in der Lage wären, sie aufrechtzuerhalten. Vielmehr ist die amerikanische Ordnung deshalb an ihr Ende gekommen, weil die USA beschlossen haben, dass sie ihre historisch beispiellose Rolle als Garant der globalen Sicherheit nicht mehr spielen wollen. Die amerikanische Macht, die die Weltordnung der vergangenen 80 Jahre gestützt hat, wird stattdessen zukünftig dazu genutzt, diese zu zerstören.

Die Amerikaner betreten gerade die gefährlichste Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Es ist eine Welt, die den Kalten Krieg wie ein Kinderspiel und die Welt unmittelbar nach dem Kalten Krieg wie ein Paradies erscheinen lässt. Diese neue Welt wird tatsächlich der Welt von vor 1945 sehr ähnlich sein. Es wird mehrere Großmächte geben; Wettbewerb und Konflikte werden sich ausbreiten.

»Blätter«-Ausgabe 4/2026

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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