Ausgabe September 2014

Öko-Apartheid, Teil III

Wasserkrieg oder Wasserfrieden

Die Erde besteht zu 70 Prozent aus Wasser, und wir könnten auf ewig mit ihm versorgt sein, denn es erneuert sich in einem ständigen Kreislauf. Speziell Indien ist ein Land, das sich durch besonders große Flüsse und in vielen Gegenden auch durch reichhaltigen Monsunregen auszeichnet. Dennoch sieht es sich mit einer ernsten Wasserkrise konfrontiert: Flüsse sterben, weil ihr Wasser eingedämmt und umgeleitet wird, Grundwasser verschwindet, weil die Vorkommen erschlossen werden. Heute herrschen in Indien extreme Wasserknappheit und -verschmutzung: Sie sind das Ergebnis der übermäßigen Wasserentnahme aus Grundwasserbeständen und Flüssen sowie der Verklappung von Abfall und Schadstoffen in unseren Flüssen und Gewässern.

Indien ist auch und vor allem das Land, durch das der Ganges fließt – Garhwal, wo sich die Quellflüsse Bhagirathi, Bhilangana, Mandakini und Alakananda zu dem Fluss vereinigen, auf den sich seit Menschengedenken unsere Kultur und Zivilisation, unsere Landwirtschaft und Wirtschaft stützen.

Diese Gegend im Himalaja wurde früher Dev Bhoomi genannt, heiliges Land Gottes; heute wird es als „Urja Pradesh“ beschrieben, das Land der Wasserkraft. Der Ganges wird jedoch auch an seiner eigenen Quelle bedroht, dem Gangotri-Gletscher, und zwar durch den Klimawandel, der zu einer Abnahme des Schneefalls führt und die Schneeschmelze beschleunigt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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