Ausgabe Juli 1991

Ölbrände am Golf.

Die Kriegsfolgen für Mensch und Umwelt

1. Zur Problematik

Die Schlacht um Kuwait war eine Schlacht um das arabische Öl. Da keine der beteiligten Parteien nachgeben wollte, mußte wohl auf das Höllenbombardement das Höllenfeuer der in Brand gesetzten Ölquellen folgen. Seitdem gehen Tag für Tag zwischen 300 000 und 500 000 t Rohöl oder etwa 4 bis 6% des täglichen Weltölverbrauchs in Rauch auf. Wo immer die jeweiligen Wetterbedingungen die Wolken aus dem Ruß- und Giftgebräu hintreiben, werden Menschen, Tiere und Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen. Schwarzer, klebriger Regen wurde bisher auf dem Balkan und sogar im 3000 km entfernten Himalaya beobachtet. Die Hauptauswirkungen auf Mensch und Umwelt bleiben jedoch zum großen Teil auf die Golfregion beschränkt. Bis zum Ende des Jahres 1991 werden mindestens 100 Mio. t Öl im Werte von ca. 20 Mrd. Dollar in Rauch aufgehen.

Man sollte meinen, daß das - abgesehen vom Schutz der eigenen Bevölkerung - genug Ansporn ist, die größten Anstrengungen zum baldigen Löschen der Ölbrände zu unternehmen. Bisher haben aber Kompetenzrangeleien, Profiliersucht und Bereicherung auf Kosten anderer eine gezielte Löschaktion stark behindert.

Juli 1991

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